1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft wurde zu Beginn des Berichtsjahres von mehreren Ereignissen erschüttert. Dazu zählten der kräftige Ölpreisanstieg aufgrund der Unruhen im arabischen Raum, das Erdbeben in Japan und die Verschärfung der Schuldenkrise im Euro-Raum. Während die Auswirkungen der beiden ersten Ereignisse bis zur Jahresmitte weitestgehend überwunden werden konnten, blieb im weiteren Jahresverlauf die Unsicherheit über den Fortgang der Schuldenkrise im Euro-Raum bestehen (Quelle: Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, November 2011).

Ende Juli und Anfang August führte diese Unsicherheit zusammen mit der Diskussion über eine Anhebung der Schuldengrenze der Vereinigten Staaten von Amerika zu heftigen Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten. Die im Euro-Raum vollzogenen Rating-Herabstufungen für Staaten und Banken verschärften die Situation. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte wiederholt Maßnahmen durch, um die Renditeaufschläge und die Refinanzierungskosten der betroffenen Euro-Länder abzuschwächen. Aufgrund der sich verschärfenden Schuldensituation verschlechterten sich zahlreiche Konjunkturindikatoren deutlich.

Insgesamt wuchs die Weltwirtschaft im Jahr 2011 um rund 3,8 % (Quelle IWF, Januar 2012). Die Industrieländer konnten nur eine schwache wirtschaftliche Expansion erzielen. Zudem standen fast alle Industrieländer vor der Aufgabe, ihre Staatsverschuldung durch deutliche Budgetkürzungen abzubauen, wodurch die Rezessionsgefahr deutlich gestiegen ist.

Demgegenüber wirkte die weiterhin robuste Wirtschaftsentwicklung der Schwellenländer stabilisierend auf die Weltkonjunktur. Dennoch verringerte sich das Expansionstempo auch in diesen Ländern erheblich. Maßgeblich hierfür waren zum einen stark nachlassende Exporte, zum anderen geringere binnenwirtschaftliche Impulse infolge des Auslaufens von Konjunkturprogrammen und einer Straffung der Geldpolitik.

Im Euro-Raum hat sich die Wirtschaft im Verlauf des Jahres deutlich abgeschwächt. Die europäische Wirtschaft konnte in 2011 um 1,6 % zulegen. Im zweiten Quartal wirkten sich die Naturkatastrophe in Japan und die gestiegenen Energiepreise sowie im dritten Quartal die Zuspitzung der Schuldenkrise dämpfend auf die Konjunktur aus. Dabei verlief die konjunkturelle Entwicklung in den einzelnen Mitgliedsstaaten erneut sehr unterschiedlich. Wie im Vorjahr verzeichneten exportorientierte Länder (Deutschland, Finnland, Niederlande, Österreich) überdurchschnittliche Produktionszuwächse. Vor allem in der europäischen Peripherie (Griechenland, Portugal, Spanien, Irland) wurden die rezessiven Tendenzen durch die Konsolidierungsanstrengungen weiter verstärkt.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland war bis zur Jahresmitte von einem Aufholprozess gekennzeichnet, in dessen Folge die Einbußen aus der Rezession aus dem Jahr 2009 ausgeglichen werden konnten. Aufgrund der Abkühlung des wirtschaftlichen Umfelds kam diese Dynamik zum Jahresende jedoch wieder ins Stocken. Nach einem ersten Überblick des Statistischen Bundesamtes belief sich die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts auf 3 % für das Jahr 2011.

In den USA gewann die konjunkturelle Erholung in der zweiten Jahreshälfte nach einer spürbaren konjunkturellen Verlangsamung zu Jahresbeginn wieder an Dynamik. Damit scheint nach Ansicht von führenden Wirtschaftsforschungsinstituten die Gefahr einer erneuten Rezession erst einmal gebannt zu sein. In 2011 konnte das Bruttoinlandsprodukt um 1,8 % gegenüber dem Vorjahr zulegen.

Die japanische Wirtschaft wurde im März 2011 durch die Erdbeben- und Tsunamikatastrophe erschüttert. Es ist davon auszugehen, dass die durch die Wiederaufbaumaßnahmen eingeleiteten konjunkturellen Sondereffekte die negativen Auswirkungen des Erdbebens auf das Bruttoinlandsprodukt bis Jahresende 2011 nicht vollständig kompensieren werden.

Die asiatischen Schwellenländer, insbesondere China und Indien, wiesen mit einem Wirtschaftswachstum von 9,2 % und 7,4 % im Jahr 2011 weltweit die kräftigste Konjunkturentwicklung auf. Die wichtigste Triebkraft in China war die Investitionstätigkeit; das Wirtschaftswachstum in Indien wurde im Wesentlichen durch den privaten Konsum getragen.

1.1 Sparte Automotive – Entwicklung der Automobilproduktion

Die weltweite Automobilkonjunktur verlief im Jahr 2011 positiv. Bei der Fertigung wurde mit rund 74,8 Mio. Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, basierend auf dem hohen Niveau von 2010, ein Plus von 3,1 % erzielt (Quelle: IHS Automotive, Januar 2012).

In Deutschland stieg die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit 6,4 % stärker [--break--] als in Westeuropa mit insgesamt 2,7 %. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten und die hohen Rohstoffpreise waren deutlich spürbar, konnten aber im Berichtsjahr von der deutschen Automobilbranche mehr als kompensiert werden. In einigen europäischen Ländern, insbesondere [--break--] in Italien und Spanien, gingen die Produktionszahlen in 2011 gegenüber dem Vorjahr zurück.

In Nordamerika nahm die Produktion um 9,0 % auf 13,1 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zu.

Japans Automobilproduktion brach infolge der Natur- und Reaktorkatastrophe im März 2011 um 13,7 % ein. Die Automobilproduktion in China wuchs um 2,5 %. Indien und Südkorea wiesen Wachstumsraten von 9,8 % und 8,5 % auf. Chinas Anteil an der globalen Produktion war mit 23 % nahezu unverändert gegenüber dem hohen Vorjahresniveau.

1.2 Sparte Industrie – Entwicklung des Maschinen- und Anlagenbaus

Der weltweite Maschinenbau hat laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im Jahr 2011 sehr gute Umsatzzuwächse von 13 % (nach 17 % im Vorjahr) erzielt.

Der Maschinen- und Anlagenbau in den EU-Ländern ist laut VDMA 2011 um rund 8 % gewachsen. Treiber waren insbesondere die Ausrüstungsinvestitionen. Die Beiträge der einzelnen [--break--] Länder waren dabei recht unterschiedlich. Deutschland hat sich mit einem Wachstum von 14 % sehr positiv entwickelt. Auch in Frankreich und Schweden war die Investitionstätigkeit überdurchschnittlich. Eine rückläufige Investitionstätigkeit wiesen neben Griechenland und Portugal auch Dänemark und Großbritannien auf.

Positiv überrascht hat bei der insgesamt gedämpften gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Maschinenbau in den USA, der auch dort von hohen Ausrüstungsinvestitionen profitierte und um 12 % zulegte.

In Japan bestellte das produzierende Gewerbe nach den Katastrophen im März in hohem Umfang neue Maschinen, insbesondere Werkzeugmaschinen. Insgesamt wuchs der Maschinenbau dort um rund 10 %.

China blieb nach wie vor für ausländische Maschinenbauer der mit Abstand wichtigste Markt der Welt. Nach Angaben des VDMA sind Chinas Maschinenimporte im Jahr 2011 um rund 20 % [--break--] auf mehr als 100 Mrd. EUR gestiegen. Besonders gefragt waren Werkzeug-, Papier- und Textilmaschinen.