12. Prognosebericht

Die Schaeffler Gruppe erwartet trotz der bestehenden konjunkturellen Unwägbarkeiten ein solides Wachstum in den kommenden Jahren. Dieses Wachstum basiert auf unserer Technologieführerschaft, der herausragenden Qualität unserer Produkte, unserem innovativen Produktangebot sowie unserer starken regionalen Präsenz in den Wachstumsmärkten.

12.1 Erwartete gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Für das Jahr 2012 gehen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute von einer konjunkturellen Abkühlung der Weltwirtschaft aus. Während die Schwellenländer weiterhin stützende Impulse geben werden, wird die konjunkturelle Expansion in den entwickelten Volkswirtschaften nur schwach ausgeprägt sein. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten aufgrund der Verschuldungsproblematik in vielen entwickelten Volkswirtschaften dürften sich dämpfend auf das Konsum- und Investitionsverhalten auswirken. Die Maßnahmen zur Beherrschung der europäischen Schuldenkrise lassen jedoch bereits erste Erfolge erkennen. Wir gehen davon aus, dass sich das Vertrauen der Konsumenten und Produzenten in den entwickelten Volkswirtschaften in der zweiten Jahreshälfte 2012 wieder leicht erholen wird.

Basierend auf der Prognose des Internationalen Währungsfonds rechnen wir mit einem Wachstum der Weltwirtschaft in 2012 um 3,3 %.

Prognose Wirtschaftswachstum

Nr. 016
Entwicklung des Wirtschaftswachstums

(in % gegenüber dem Vorjahr, real)

2011 2012 2013
Deutschland 3,0 0,3 1,5
EU 1,6 -0,5 0,8
USA 1,8 1,8 2,2
Japan -0,9 1,7 1,6
China 9,2 8,2 8,8
Welt 3,8 3,3 3,9
Quelle: IWF, WEO Update Januar 2012.

Wir erwarten, dass im Jahr 2012 die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um rund 4 % steigen wird, wobei die regionale Entwicklung sehr unterschiedlich ausfallen dürfte. Die asiatischen Schwellenländer, insbesondere China, aber auch Nordamerika werden weiterhin eine tragende Rolle bei der globalen Automobilproduktion spielen. Wir rechnen mit einem Produktionswachstum bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um rund 8 % in Asien und rund 6 % in Nordamerika. Das Wachstum in Südamerika sehen wir bei rund 4 %. In Europa wird die Automobilproduktion voraussichtlich um rund 5 % gegenüber dem Vorjahr zurückgehen.

Für den weltweiten Maschinenbau erwarten wir basierend auf der Prognose des VDMA ein Umsatzplus von real etwa 7 % in 2012. Wesentliche Impulse werden abermals aus China kommen, für dessen Maschinenbau, trotz einer Verlangsamung des Wachstums gegenüber 2011, ein Plus von real etwa 15 % erwartet wird. Für die Industrieländer erwarten wir im Maschinenbau einen Zuwachs von 3 %.

12.2 Ausblick Schaeffler Gruppe

Erwartetes Umsatzwachstum für 2012 von über 5%

Sofern die erwarteten Rahmenbedingungen eintreten, gehen wir für die Schaeffler Gruppe davon aus, im Jahr 2012 ein Umsatzwachstum von größer als 5 % zu erzielen. Aufgrund unserer exzellenten Positionierung in den jeweiligen Geschäftsfeldern einerseits und in den regionalen Wachstumsmärkten anderseits erwarten wir auch für das Jahr 2013 ein Wachstum im einstelligen Prozentbereich.

Ausgehend von einer leicht abgeschwächten konjunkturellen Marktentwicklung rechnet die Sparte Automotive mit einem moderaten Umsatzwachstum in 2012. Gestützt werden die Wachstumsprognosen von Anläufen oder Hochläufen diverser Projekte, u. a. in den Bereichen Motor- und Getriebesysteme. Zudem profitiert die Schaeffler Gruppe von ihrer starken Position im Hinblick auf den gesamtwirtschaftlichen Wandel zur Ressourceneffizienz und Umwelttechnologie.

In der Sparte Industrie planen wir mit einem moderaten Umsatzwachstum in 2012. Die Haupttreiber dieses Wachstums sind vor allem die überdurchschnittliche Entwicklung der Nachfrage nach unseren Produkten in den asiatischen Märkten und die nach wie vor guten Perspektiven in den Schlüsselbranchen Antriebstechnik und Produktionsmaschinen sowie in unserem Aftermarket Geschäft.

Die Schaeffler Gruppe rechnet für die Jahre 2012 und 2013 weiterhin mit Investitionen in Höhe von 6 % bis 8 % des Umsatzes, im Wesentlichen für neue Produkte und Kapazitätserweiterungen. Die Investitionen bilden die Grundlage für unser organisches Wachstum. Der regionale Fokus liegt neben Deutschland auf der Wachstumsregion Asien.

Aufgrund des geplanten weiteren Kapazitätsaufbaus rechnen wir trotz des prognostizierten Umsatzwachstums nicht mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses. Wir gehen gegenwärtig davon aus, in den Jahren 2012 und 2013 eine operative Ergebnis Marge ( EBIT-Marge) von größer als 13 % zu erzielen.

Unsere Entwicklungstätigkeit werden wir auf dem Niveau der vergangenen Jahre halten. Wir planen, in den Jahren 2012 und 2013 rund 5 % unseres Konzernumsatzes in die Erforschung [--break--] und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren zu investieren.

Das Jahresergebnis 2012 wird weiterhin durch Finanzaufwendungen belastet. Durch den indirekten at Equity Einbezug der Continental AG im Konzernabschluss der Schaeffler Gruppe ist das Finanzergebnis durch die wirtschaftliche Entwicklung der Continental AG beeinflusst.

Für die Jahre 2012 und 2013 rechnen wir mit einem positiven Free Cash Flow.

Die Planung basiert auf den im Abschnitt „Gesamtwirtschaftliche Entwicklung“ beschriebenen Annahmen. Chancen sehen wir in einer stärkeren Erholung der Weltwirtschaft, sollten Investoren und Konsumenten schneller als erwartet wieder mehr Zuversicht in die Stabilität der europäischen Währungsunion gewinnen und die Konsumnachfrage in den USA deutlich anziehen. Aus einem solchen Szenario ergäben sich Möglichkeiten für eine günstigere Geschäftsentwicklung für Schaeffler in den Jahren 2012 und 2013.

Darüber hinaus bieten sich mittelfristig beträchtliche Chancen aus den grundlegenden Veränderungen in der Fahrzeugtechnologie, die wir zusammen mit unseren Kunden in der Automobilbranche maßgeblich mitgestalten. Unsere Innovationen zur Optimierung des klassischen verbrennungsmotorischen Antriebsstrangs sowie unsere Hybridlösungen und Produkte zur Elektromobilität nehmen eine Vorreiterrolle bei diesen Entwicklungen ein. Aus dieser Position könnten sich mittelfristig sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis zusätzliche Wachstumspotenziale ergeben.

Herzogenaurach, den 13. März 2012

Der Vorstand