3. Finanz- und Vermögenslage

3.1 Cash Flow

Nr. 006
in Mio. EUR 2011 2010 Veränderungen in %
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 1.084 890 21,8
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit 1) -765 -324 < -100,0
Cash Flow vor Finanzierungstätigkeit
( Free Cash Flow)
319 566 -43,6
Finanzschulden 7.485 6.477 15,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 397 733 -45,8
Netto-Finanzschulden 7.088 5.744 23,4
1) Einschließlich Effekten aus der Währungsumrechnung.

Im Geschäftsjahr 2011 stieg der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit um 194 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreszeitraum und beläuft sich auf 1.084 Mio. EUR (Vj.: 890 Mio. EUR). [--break--] Dieser Zufluss resultiert maßgeblich aus der verbesserten Ertragslage in 2011, die sich im EBIT von 1.689 Mio. EUR (Vj.: 1.509 Mio. EUR) niederschlägt.

Im Geschäftsjahr 2011 sind im Rahmen der Investitionstätigkeit insgesamt 765 Mio. EUR abgeflossen (Vj.: 324 Mio. EUR). Die Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen 773 Mio. EUR nach 361 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum.

Auf dieser Basis ergibt sich ein Free Cash Flow von 319 Mio. EUR (Vj.: 566 Mio. EUR).

Die Netto-Finanzschulden haben sich zum 31. Dezember 2011 um 1.344 Mio. EUR auf 7.088 Mio. EUR erhöht (Vj.: 5.744 Mio. EUR). Der Anstieg resultiert aus der März 2011-Refinanzierung sowie aus dem Abbau liquider Mittel zum Abschlussstichtag. In den Finanzschulden sind Gesellschafterdarlehen in Höhe von 420 Mio. EUR enthalten.

Die in den Finanzschulden zum 31. Dezember 2011 enthaltenen Verbindlichkeiten aus dem Senior Facility Agreement betrugen 6.949 Mio. EUR (Vj.: 6.271 Mio. EUR).

Der Verschuldungsgrad, definiert als Verhältnis von Netto-Finanzschulden (bereinigt um Gesellschafterdarlehen) zu Ergebnis vor Steuern, Anteilen anderer Gesellschafter, Finanzergebnis und Abschreibungen ( EBITDA), hat sich zum 31. Dezember 2011 auf 3,0 verändert (Vj.: 2,7). [--break--] Die Netto-Finanzschulden erhöhten sich stärker als das EBITDA, das um 7,0 % auf 2.243 Mio. EUR (Vj.: 2.097 Mio. EUR) anstieg.

3.2 Kapitalstruktur

Nr. 007
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010 Veränderungen in %
Eigenkapital 1.714 3.341 -48,7
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.217 1.111 9,5
Rückstellungen 79 127 -37,8
Finanzschulden 7.168 6.413 11,8
Ertragsteuerverbindlichkeiten 172 102 68,6
Sonstige Verbindlichkeiten 261 423 -38,3
Passive latente Steuern 124 116 6,9
Langfristige Verbindlichkeiten 9.021 8.292 8,8
Rückstellungen 208 317 -34,4
Finanzschulden 317 64 > 100,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 873 729 19,8
Ertragsteuerverbindlichkeiten 184 115 60,0
Sonstige Verbindlichkeiten 672 486 38,3
Kurzfristige Verbindlichkeiten 2.254 1.711 31,7
Bilanzsumme 12.989 13.344 -2,7

Das Eigenkapital der Schaeffler Gruppe (inklusive der Anteile anderer Gesellschafter an vollkonsolidierten Tochterunternehmen) verringerte sich im Geschäftsjahr 2011 um 1.627 Mio. EUR auf 1.714 Mio. EUR (Vj.: 3.341 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote betrug zum 31. Dezember 2011 13,2 % (Vj.: 25,0 %).

Im Zusammenhang mit der im März 2011 erfolgten Refinanzierung der IHO Gruppe, definiert als [--break--] Konzern mit der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG als Konzernmuttergesellschaft, wurden vor der Umwandlung der Schaeffler GmbH in eine Aktiengesellschaft, Ausschüttungen an die Gesellschafterin Schaeffler Verwaltungs GmbH von insgesamt 2.364 Mio. EUR getätigt. Zu den [--break--] Einzelheiten verweisen wir auf die Ausführungen zum Eigenkapital im Konzernanhang.

Ergebnisneutrale Verminderungen des Eigenkapitals resultierten vor allem aus der Umrechnung des Reinvermögens ausländischer Konzerngesellschaften (-61 Mio. EUR) sowie aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen (-83 Mio. EUR).

Diese Auswirkungen auf das Eigenkapital konnten erwartungsgemäß durch das Konzernergebnis von 902 Mio. EUR (Vj.: 73 Mio. EUR) teilweise kompensiert werden.

Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 729 Mio. EUR auf 9.021 Mio. EUR (Vj.: 8.292 Mio. EUR). Darin enthalten ist mit 600 Mio. EUR die befreiende Schuldübernahme einer Finanzschuld der Gesellschafterin im Rahmen einer Sachausschüttung zum 1. Juli 2011. Die Finanzverbindlichkeit wurde zu den bestehenden Konditionen des Senior Facility Agreements übernommen.

Die Zunahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 106 Mio. EUR, die weitestgehend auf inländische Verpflichtungen entfällt, resultierte vor allem aus Anpassungen der Diskontierungszinssätze infolge des weltweit gesunkenen Zinsniveaus. So war zum Bilanzstichtag 2011 im Inland ein Diskontierungszins von 5,0 % anzuwenden, nach 5,3 % zum Vorjahresende. Auch für die Versorgungspläne der Gruppe in Nordamerika und in Großbritannien musste der Diskontierungszins um 1,0 % bzw. 0,5 %-Punkte gegenüber dem Vorjahr herabgesetzt werden.

Der Rückgang der sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten um 162 Mio. EUR ist im Wesentlichen bedingt durch Marktwertänderungen von Zinssicherungsinstrumenten.

Der Anstieg der kurzfristigen Verbindlichkeiten um 543 Mio. auf 2.254 Mio. EUR (Vj.: 1.711 Mio. EUR) ist insbesondere auf höhere Finanzschulden und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Die Finanzschulden enthalten mit 300 Mio. EUR den kurzfristigen Anteil eines Gesellschafterdarlehens im Zusammenhang mit einer Sachausschüttung. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen korrespondierend zum positiven Geschäftsverlauf um 144 Mio. EUR auf 873 Mio. EUR (Vj.: 729 Mio. EUR) an. Aufgrund der deutlichen Verbesserung des Ergebnisses haben sich auch die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern erhöht. Der Rückgang der kurzfristigen Rückstellungen betrifft Abgrenzungen für Verkaufsaufwendungen (insbesondere Boni, Skonti und Preisnachlässe), die entsprechend des Verbindlichkeitscharakters im Berichtsjahr in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.

3.3 Vermögensstruktur

Nr. 008
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010 Veränderungen in %
Immaterielle Vermögenswerte 553 575 -3,8
Sachanlagen 3.328 3.041 9,4
Anteile an at Equity bewerteten Beteiligungen 4.772 5.252 -9,1
Sonstige Finanzanlagen 14 8 75,0
Sonstige Vermögenswerte 95 166 -42,8
Ertragsteuerforderungen 22 0 -
Aktive latente Steuern 350 289 21,1
Langfristige Vermögenswerte 9.134 9.331 -2,1
Vorräte 1.562 1.482 5,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.607 1.443 11,4
Sonstige Vermögenswerte 200 257 -22,2
Ertragsteuerforderungen 89 98 -9,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 397 733 -45,8
Kurzfristige Vermögenswerte 3.855 4.013 -3,9
Bilanzsumme 12.989 13.344 -2,7

Die Vermögenslage zum 31. Dezember 2011 ist gekennzeichnet durch einen leichten Rückgang der Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 355 Mio. EUR bzw. 2,7 % auf 12.989 Mio. EUR (Vj.: 13.344 Mio. EUR). Dabei nahm der Anteil der langfristigen Vermögenswerte auf 70,3 % (Vj.: 69,9 %) leicht zu.

Die immateriellen Vermögenswerte haben sich gegenüber dem Vorjahr um 22 Mio. EUR auf [--break--] 553 Mio. EUR (Vj.: 575 EUR) vermindert. Zugänge von 15 Mio. EUR konnten die planmäßigen [--break--] Abschreibungen von 37 Mio. EUR, davon 4 Mio. EUR auf Kaufpreisallokationen, nicht kompensieren.

Die Sachanlagen haben sich gegenüber dem Vorjahr um 287 Mio. EUR auf 3.328 Mio. EUR [--break--] (Vj.: 3.041 Mio. EUR) erhöht. Den Investitionen von 831 Mio. EUR, davon 58 Mio. EUR zahlungsunwirksam, standen planmäßige Abschreibungen von 517 Mio. EUR gegenüber.

Die Anteile an at Equity bewerteten Beteiligungen reduzierten sich um 480 Mio. EUR auf 4.772 Mio. EUR (Vj.: 5.252 Mio. EUR). Zum einen gingen in Höhe von 764 Mio. EUR Aktien an der Continental AG im Wege einer Sachdividende an die Gesellschafterin Schaeffler Verwaltungs GmbH ab. Zum anderen ergab sich eine Zunahme von 284 Mio. EUR aus der laufenden at Equity Bewertung.

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte verminderten sich insbesondere infolge von Marktwertveränderungen von Finanzderivaten um 71 Mio. EUR auf 95 Mio. EUR (Vj.: 166 Mio. EUR).

Den Anstieg der Vorräte konnten wir infolge eines nachhaltigen Working Capital Managements [--break--] unterproportional zur Produktionsentwicklung auf 5,4 % begrenzen. Sie betragen zum Bilanzstichtag 1.562 Mio. EUR (Vj.: 1.482 Mio. EUR).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen infolge des gestiegenen Umsatzvolumens zum 31. Dezember 2011 um 164 Mio. EUR auf 1.607 Mio. EUR (Vj.: 1.443 Mio. EUR).

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gingen auf 397 Mio. EUR (Vj.: 733 Mio. EUR) zurück. Der um 21,8 % verbesserte Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von 1.084 Mio. EUR konnte die Zahlungsmittelabflüsse aus der Finanzierungstätigkeit (646 Mio. EUR), insbesondere durch eine im Berichtsjahr zahlungswirksame Ausschüttung von 400 Mio. EUR, die bereits zum Vorjahresende beschlossen worden war, und aus der deutlich gestiegenen Investitionstätigkeit (765 Mio. EUR), nicht vollständig kompensieren.

3.4 Investitionen

Unsere Investitionsstrategie in 2011 war konsequent daran ausgerichtet, die notwendigen Voraussetzungen für weiteres Wachstum zu schaffen. Der Schwerpunkt der Investitionen lag auf der Realisierung von Vorhaben zur Kapazitätserweiterung und zur Lokalisierung der Produktion in Standorten mit größerer Markt- und Kundennähe.

Die Investitionen von 846 Mio. EUR (Vj.: 386 Mio. EUR), die nicht zahlungswirksame Anlagenzugänge der Berichtsperiode in Höhe von 58 Mio. EUR (Vj.: 19 Mio. EUR) beinhalten, wurden gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Die Investitionsquote von 7,9 % – gemessen am Konzernumsatz – erreichte damit nach 4,1 % im Vorjahr wieder unser übliches Niveau.

Die Steigerungsraten der beiden Sparten waren in etwa gleich hoch. So wurden in der Sparte Automotive 621 Mio. EUR (Vj.: 284 Mio. EUR) und in der Sparte Industrie 225 Mio. EUR [--break--] (Vj.: 102 Mio. EUR) investiert.

Investitionen

Regionale Schwerpunkte der Investitionstätigkeit in 2011 waren lokale Produktionsstandorte in Asien, vor allem China, mit dem Ziel, den lokalen Anteil an der Wertschöpfung zu erhöhen. Ein weiterer Schwerpunkt war der Aufbau von Kapazitäten für die Anläufe von neuen Produkten und Technologien in der Region Deutschland, vor allem an den Standorten Herzogenaurach, Schweinfurt und Bühl. Daneben wurde die Produktion an Niedriglohnstandorten, vor allem in Osteuropa mit der Slowakei und Rumänien sowie in Nordamerika mit Mexiko, weiter ausgebaut.

Investitionen Regionen

3.5 Finanzierungsmaßnahmen der Schaeffler Gruppe

Die wesentliche Finanzierungsstruktur in der Schaeffler Gruppe hat sich nicht geändert.

Durch die Refinanzierung des Junior Facility Agreement Ende März 2011 auf Ebene der [--break--] IHO Gruppe ergaben sich für die Schaeffler Gruppe die folgenden wesentlichen Auswirkungen:

Im Januar 2011 wurde eine Barausschüttung in Höhe von 400 Mio. EUR zur Sondertilgung von Verbindlichkeiten der IHO Gruppe vereinbart. Des Weiteren wurden im Mai 2011 12.043.528 Aktien der Continental AG im Wege einer Sachdividende an die Gesellschafterin Schaeffler [--break--] Verwaltungs GmbH ausgeschüttet.

Ferner übernahm die Schaeffler AG zum 1. Juli 2011 im Rahmen einer befreienden Schuldübernahme eine Finanzschuld in Höhe von 600 Mio. EUR von ihrer Muttergesellschaft zu den bestehenden Konditionen des Senior Facility Agreement (SFA). Damit erhöhten sich die Finanzschulden aus dem Senior Facility Agreement, welches einen Term Loan in Höhe von 6.950 Mio. EUR und eine zusätzliche Kreditlinie (Revolver) in Höhe von 793 Mio. EUR enthält.

Darüber hinaus wurde am 22. September 2011 eine Sachdividende in Höhe von 600 Mio. EUR in Form der Begründung einer Darlehensforderung der Schaeffler Verwaltungs GmbH gegenüber der Schaeffler AG ausgeschüttet. Zum Stichtag 31. Dezember 2011 waren hiervon 186 Mio. EUR getilgt.

Zur weiteren Refinanzierung im Januar und Februar 2012 verweisen wir auf den Nachtragsbericht.

3.6 Liquidität in der Schaeffler Gruppe

Zum 31. Dezember 2011 beläuft sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auf 397 Mio. EUR und umfasst im Wesentlichen Bankguthaben. Davon befinden [--break--] sich 95 Mio. EUR in Ländern mit Devisenverkehrsbeschränkungen. Darüber hinaus verfügt [--break--] die Schaeffler Gruppe über eine Revolving Credit Facility in Höhe von 793 Mio. EUR.