2. Ertragslage

2.1 Ertragslage der Schaeffler Gruppe

Nr. 003
in Mio. EUR 2011 2010 Veränderungen in %
Umsatzerlöse 10.694 9.495 12,6
Umsatzkosten -7.463 -6.506 -14,7
Bruttoergebnis 3.231 2.989 8,1
Kosten der Funktionsbereiche 1) -1.628 -1.478 -10,1
EBIT 1.689 1.509 11,9

in % vom Umsatz

15,8 15,9 -
Finanzergebnis -409 -1.159 64,7
Ertragsteuern -378 -277 -36,5
Konzernergebnis 2) 889 63 > 100
1) Vertrieb, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung
2) Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen.

Die Schaeffler Gruppe und ihre Sparten Automotive und Industrie konnten im Berichtsjahr 2011 den Umsatz bei weiterhin hoher Ergebnisqualität deutlich steigern. Die außergewöhnlich [--break--] hohe EBIT-Marge (EBIT: Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern) des Vorjahres von rund [--break--] 15,9 % konnte im Berichtsjahr nahezu gehalten werden.

Umsatz Schaeffler Gruppe

Im Jahr 2011 stieg der Umsatz um 12,6 % auf 10.694 Mio. EUR (Vj.: 9.495 Mio. EUR), womit erneut ein Umsatzrekord erzielt werden konnte. Diese Verbesserung ist vor allem auf die lebhafte Nachfrage nach den innovativen Produkten der Schaeffler Gruppe sowie auf zahlreiche An- und [--break--] Hochläufe von Projekten in den Zukunftsbereichen Ressourceneffizienz und Umwelttechnologie zurückzuführen. Darüber hinaus profitierte die Schaeffler Gruppe durch ihre starke regionale [--break--] Präsenz in besonderer Weise von der weiterhin hohen Wachstumsdynamik in den aufstrebenden Schwellenländern. Die Sparte Automotive übertraf die Umsatzerlöse des Vorjahres um 13,2 %, unter anderem aufgrund der überproportionalen Steigerungsraten bei innovativen Neuprodukten. In der Sparte Industrie stiegen die Umsatzerlöse gegenüber 2010 um 15,3 %. Positiv zu erwähnen sind insbesondere der Aftermarket, die Werkzeugmaschinen, die Fertigungssysteme sowie die Antriebstechnik.

Dem Umsatzanstieg stehen um 14,7 % erhöhte Umsatzkosten von 7.463 Mio. EUR (Vj.: 6.506 Mio. EUR) gegenüber. Dies führte zu einem leichten Rückgang der Bruttomarge um 1,3 %-Punkte auf 30,2 % (Vj.: 31,5 %).

Die höheren Auslastungen der Werke im Berichtsjahr 2011 und die laufenden Effizienzverbesserungen sowie Fixkostendegressionseffekte konnten die steigenden Rohstoffkosten, insbesondere für Stahl, sowie Kostensteigerungen durch den weiteren Kapazitätsaufbau nicht vollständig [--break--] kompensieren. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte sich das Bruttoergebnis um 242 Mio. EUR auf 3.231 Mio. EUR (Vj.: 2.989 Mio. EUR).

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen im Jahr 2011 um 6,0 % auf 495 Mio. EUR (Vj.: 467 Mio. EUR). Bezogen auf die stark gestiegenen Umsatzerlöse ging der Anteil dieser Aufwendungen auf 4,6 % (Vj.: 4,9 %) leicht zurück. Neben den Entwicklungen zahlreicher neuer Anwendungen für bestehende Technologien hat die Schaeffler Gruppe vor allem die Aktivitäten in zusätzlichen Themengebieten rund um die Mechatronik, regenerative Energien und die Elektromobilität weiter forciert.

Entsprechend der Ausweitung des Geschäftsvolumens im Jahr 2011 stiegen die Vertriebskosten um 12,4 % auf 725 Mio. EUR (Vj.: 645 Mio. EUR), im Wesentlichen aufgrund von höheren variablen Fracht- und Logistikkosten.

Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich das EBIT im Jahr 2011 um 180 Mio. EUR auf 1.689 Mio. EUR (Vj.: 1.509 Mio. EUR). Die Umsatzrendite war mit 15,8 % nahezu unverändert.

Das Finanzergebnis der Schaeffler Gruppe verbesserte sich im Berichtsjahr deutlich auf -409 Mio. EUR (Vj.: -1.159 Mio. EUR). Es wird durch das Beteiligungsergebnis, d. h. das Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen, in Höhe von 324 Mio. EUR (Vj.: -349 Mio. EUR) sowie das Zinsergebnis in Höhe von -733 Mio. EUR (Vj.: -810 Mio. EUR) bestimmt.

Das Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen betraf fast ausschließlich die Beteiligung [--break--] an der Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG, auf die am 30. September 2011 die Anteile der Continental AG in Höhe von 36,14 % übertragen worden waren. Die Gesellschaft wird at Equity in den Konzernabschluss der Schaeffler AG einbezogen (vgl. 2.1 Konsolidierungskreis).

Im Zinsergebnis werden neben Zinserträgen in Höhe von 40 Mio. EUR (Vj.: 51 Mio. EUR) Zins-[--break--] aufwendungen in Höhe von 773 Mio. EUR (Vj.: 861 Mio. EUR) ausgewiesen.

Von den Zinserträgen in Höhe von 40 Mio. EUR entfallen die wesentlichen Posten auf erwartete [--break--] Erträge aus Planvermögen, die in Zusammenhang mit fondsfinanzierten Pensionsplänen stehen.

Die Zinsaufwendungen enthalten neben den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden in Höhe von 494 Mio. EUR (Vj.: 386 Mio. EUR) Zinsaufwendungen aus Zinsderivaten in Höhe von 176 Mio. EUR (Vj.: 373 Mio. EUR), Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionen und sonstigen Rückstellungen in Höhe von 86 Mio. EUR (Vj.: 84 Mio. EUR) sowie sonstige finanzielle Aufwendungen in Höhe von 17 Mio. EUR (Vj.: 18 Mio. EUR).

Von den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden in Höhe von 494 Mio. EUR (Vj.: 386 Mio. EUR) entfallen neben Zinsaufwendungen für das Annuitätendarlehen in Höhe von 20 Mio. EUR (Vj.: [--break--] 25 Mio. EUR) weitere 395 Mio. EUR (Vj.: 282 Mio. EUR) auf Zinszahlungen für das Senior Facility [--break--] Agreement und 78 Mio. EUR (Vj.: 30 Mio. EUR) auf Transaktionskosten, die über die Laufzeit der Finanzschuld amortisiert werden. In den Zinsaufwendungen aus Zinsderivaten in Höhe von 176 Mio. EUR (Vj.: 373 Mio. EUR) sind 170 Mio. EUR (Vj.: 252 Mio. EUR) an Ausgleichszahlungen aus Zinssicherungsinstrumenten enthalten. Weitere 75 Mio. EUR (Vj.: 91 Mio. EUR) entfallen auf die ergebniswirksame Auflösung der bis zum 20. November 2009 entstandenen Rücklage für das Cash Flow Hedge Accounting. Gegenläufig wirkten sich Erträge von 69 Mio. EUR (Vj.: Aufwendungen in Höhe von 30 Mio. EUR) aus, die aus unrealisierten, nicht zahlungswirksamen Marktwertänderungen aus Zinssicherungsgeschäften resultierten. Aufgrund des wirtschaftlichen Zusammenhangs mit den Zinsaufwendungen aus den Finanzschulden erfolgt der Ausweis der o. g. Erträge ebenfalls unter den Zinsaufwendungen.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich im Berichtsjahr 2011 auf 378 Mio. EUR (Vj.: 277 Mio. EUR). Sie setzen sich zusammen aus einem Aufwand an tatsächlichen Steuern in Höhe von 386 Mio. EUR (Vj.: 314 Mio. EUR) und einem Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von [--break--] 8 Mio. EUR (Vj.: Erträge in Höhe von 37 Mio. EUR).

Das Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen betrug 889 Mio. EUR nach einem Konzernergebnis in Höhe von 63 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum.

2.2 Sparte Automotive

Umsatzerlöse Sparte Automotive

Nr. 004
in Mio. EUR 2011 2010 Veränderungen in %
Umsatz 7.160 6.325 13,2
Umsatzkosten -5.209 -4.483 -16,2
Bruttoergebnis 1.951 1.842 5,9
EBIT 1.074 990 8,5

in % vom Umsatz

15,0 15,7 -
Vorjahreswerte gemäß der in 2011 angepassten Kundenstruktur ausgewiesen.


Aufgrund der weltweit guten konjunkturellen Marktlage der Automobilbranche sowie deutlich über Marktwachstum liegenden Zugewinnen durch neue Kundenprojekte konnte die Sparte Automotive 2011 ihren Umsatz um 13,2 % auf 7.160 Mio. EUR (Vj.: 6.325 Mio. EUR) steigern. Dabei konnten auslaufende Projekte durch Neu- und Folgeaufträge größeren Volumens ersetzt werden. Zum Jahresende hin zeichnete sich allerdings eine Verlangsamung des Wachstums ab.

Umsatz Automotive

Im Jahresverlauf wurde das Umsatzwachstum insbesondere von den Absatzmärkten Asien [--break--] (+20 %), Nordamerika (+13 %) und Europa (+13 %) getragen. Unter den umsatzstärksten Produkt --break--] gruppen wiesen Drehmomentwandler (+27 %), Kugellager (+18 %) sowie Kegelrollenlager (+18 %) überproportionales Wachstum auf. Darüber hinaus verzeichneten innovative Neuprodukte wie z. B. die trockene Doppelkupplung, Lenkungs-Kugelgewindetriebe oder die vollvariable elektrohydraulische Ventiltriebsteuerung (UniAir/MultiAir) besonders hohe Wachstumsraten.

Der deutliche Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr erstreckte sich auf alle Unternehmensbereiche der Sparte Automotive und war in nahezu allen Werken mit einer sehr hohen Auslastung verbunden.

Die Umsatzkosten erhöhten sich 2011 überproportional zum Umsatz um 16,2 % auf 5.209 Mio. EUR (Vj.: 4.483 Mio. EUR). Das Bruttoergebnis erhöhte sich damit um 109 Mio. EUR auf 1.951 Mio. EUR (Vj.: 1.842 Mio. EUR), die Bruttomarge betrug 27,2 % (Vj.: 29,1 %).

Das höhere Produktionsvolumen wirkte sich positiv auf das Bruttoergebnis aus, konnte allerdings die steigenden Kosten für Material, Energie und Personal nicht vollständig kompensieren. Dies spiegelt sich auch in einem Anstieg der Umsatzkosten gegenüber dem Vorjahr wider.

Insgesamt erhöhte sich das EBIT der Sparte Automotive im Geschäftsjahr 2011 um 84 Mio. EUR auf 1.074 Mio. EUR (Vj.: 990 Mio. EUR). Die Umsatzrendite verringerte sich, ausgehend von dem hohen Vorjahreswert, nur leicht auf 15,0 % (Vj.: 15,7 %).

2.3 Sparte Industrie

Umsatzerlöse Sparte Industrie

Nr. 005
in Mio. EUR 2011 2010 Veränderungen in %
Umsatz 3.462 3.002 15,3
Umsatzkosten -2.182 -1.855 -17,6
Bruttoergebnis 1.280 1.147 11,6
EBIT 615 519 18,5

in % vom Umsatz

17,8 17,3 -
Vorjahreswerte gemäß der in 2011 angepassten Kundenstruktur ausgewiesen.

Die Sparte Industrie profitierte im Geschäftsjahr 2011 überproportional von der weltweit starken Wirtschaftsentwicklung. Bei vernachlässigbaren Währungseffekten stieg der Umsatz um 15,3 % auf 3.462 Mio. EUR (Vj.: 3.002 Mio. EUR). In allen Regionen wuchsen die Umsätze im zweistelligen Prozentbereich zwischen 11,0 % in Nordamerika und 24,5 % in Deutschland. Insgesamt lag der Umsatz im Berichtsjahr über der bisherigen Rekordmarke der Sparte aus dem Geschäftsjahr 2008.

Umsatz Industrie

Der Auftragsbestand zum Jahresende 2011 betrug 2.542 Mio. EUR (Vj.: 2.206 Mio. EUR) und übertraf damit das Vorjahresniveau um 15,2 %. Die Reichweite der Auftragsbestände zum Jahresende 2011 stieg trotz eines zwischenzeitlichen Kapazitätsaufbaus sogar leicht auf 8,9 Monate (Vj.: 8,8 Monate).

Der Umsatzanstieg wird wesentlich vom Aftermarket, von Power Transmission und Produktionsmaschinen getragen. Kapazitätsgrenzen in unserer Produktion bremsten ein noch stärkeres [--break--] Wachstum in diesen Bereichen. In der Windenergie liegt der Umsatz unter Vorjahresniveau: [--break--] Die prekäre Haushaltslage verhinderte in vielen Staaten notwendige Investitionen in erneuerbare Energien. In China führten die politische Neuordnung bei der Genehmigung von Windparks und eine begrenzte Kreditvergabe der Zentralregierung zu einer Reduzierung der Aufträge und damit des Umsatzes. Darüber hinaus belasteten Überkapazitäten und Preiswettbewerb die gesamte Windenergiebranche.

Die Umsatzkosten nahmen im Berichtsjahr leicht überproportional um 17,6 % auf 2.182 Mio. [--break--] EUR (Vj.: 1.855 Mio. EUR) zu. Die Bruttomarge verringerte sich um 1,2 %-Punkte auf 37,0 % (Vj.: 38,2 %). Die hohe Kapazitätsauslastung der Werke sicherte zwar eine fortdauernde Fixkosten [--break--] degression, der sprunghafte Anstieg des Produktionsvolumens zur Versorgung der Märkte führte jedoch auch zu temporären Einschränkungen in der Produktivität der Werke. Zusätzlich erhöhten Sonderaufwendungen aus dem Umsatzrückgang im Bereich Windenergie und steigende Kosten für Rohstoffe und Energie die Umsatzkosten.

Das EBIT der Sparte Industrie verbesserte sich im Geschäftsjahr 2011 um 96 Mio. EUR bzw. 18,5 % [--break--] auf 615 Mio. EUR (Vj.: 519 Mio. EUR). Der Anstieg wurde getragen von der sehr guten Umsatzentwicklung und einer unterproportionalen Erhöhung der Kosten der Funktionsbereiche. Die Umsatzrendite erhöhte sich auf 17,8 % (Vj.: 17,3 %).