5. Beschaffung

Im Geschäftsjahr 2011 befanden sich die Beschaffungsmärkte nach der unerwartet schnellen Überwindung der Wirtschaftskrise in 2010 in einer starken Wachstumsphase.

Die Versorgung unserer Werke mit Kaufteilen war besonders im ersten Halbjahr wegen der starken Nachfrage nach unseren Produkten herausfordernd. Durch die Nutzung unserer globalen Beschaffungsquellen bei bestehenden und neuen Lieferanten, insbesondere in den starken Wachstumsmärkten in Asien, Indien, USA und Brasilien, ist es uns gelungen, größere negative Auswirkungen dieser Marktsituation in 2011 sowohl versorgungs- als auch preisseitig zu verhindern. Dabei konnte auch die durch die Naturkatastrophe in Japan entstandene Gefährdung für einzelne Bereiche der Produktion durch ein konsequentes Krisenmanagement und die gute Vernetzung zwischen der zentralen und der asiatischen Einkaufsorganisation abgewendet werden. Vereinzelte Versorgungsengpässe konnten durch das intensive Bemühen und die hohe Flexibilität unserer Lieferanten rechtzeitig beseitigt werden und haben sich nicht auf die Belieferung unserer Kunden ausgewirkt. Insgesamt konnte über das ganze Jahr gesehen der Bedarf unserer 70 Werke weltweit ohne Lieferstörungen voll befriedigt werden.

Preissteigerungen bei einzelnen Kaufteilen waren aufgrund des weiter gestiegenen Preisniveaus bei den Rohstoffen nicht gänzlich zu vermeiden.

Beim Produktionsmaterial standen besonders die bei Schaeffler bedeutsamen Stahlprodukte in der Versorgung und Preisentwicklung wieder im verstärkten Fokus.

Die meisten Stahlhersteller hatten ihre Anlagenkapazitäten nach dem Hochlauf in 2010 wieder [--break--] voll aufgebaut, so dass die Belieferung weitestgehend reibungslos erfolgte. Die beruhigte Situation konnte genutzt werden, um mit den betroffenen Lieferanten zu grundlegenden Festlegungen hinsichtlich logistischer Abläufe zu kommen, um mit verbesserten Planungsprozessen zukünftige Bedarfsschwankungen besser ausregeln zu können.

Kokskohle, Eisenerz und Schrott waren in 2011 bis zum Herbst auf einem historisch hohen Preisniveau, was den Preisdruck vor allem bei Flachstahlprodukten weiterhin hoch hielt. Darüber hinaus führte die teilweise sehr kurzfristige Preispolitik der Hersteller zu größeren Unsicherheiten, die nicht zu der notwendigen Preisberuhigung im Stahlmarkt beitrugen.

Beim Produktionsmaterialeinkauf von Komponenten stand im vergangenen Jahr neben den kontinuierlichen Kostensenkungen insbesondere die Lieferversorgung im Vordergrund, die durch frühzeitige Kapazitätsabsicherungen und Vereinbarungen neuer Logistik- und Versorgungskonzepte erfolgreich sichergestellt werden konnte. In enger Zusammenarbeit mit den [--break--] Geschäftsbereichen wurden zudem weltweite Versorgungsstrategien erarbeitet und insbesondere in der Wachstumsregion Asien/Pazifik neue lokale Lieferanten aufgebaut.

Bei der Qualität der Kaufteile wurden erneut deutliche Fortschritte erzielt. Gegenüber dem Vorjahr sank die Anzahl der Beanstandungen um 20 %. Auch die eingeleiteten Aktivitäten zur gezielten Kostenreduktion infolge unzureichender Lieferleistung haben zu ersten Erfolgen geführt. Die Ermittlung der Ursachen aufgetretener Aufwendungen wurde weiter verbessert.

Der Trend zu steigenden Preisen kennzeichnete auch die Marktsituation im Allgemeinen Einkauf, jedoch konnte durch Volumeneffekte und Einsparungsprojekte mit den Lieferanten dieser Effekt überkompensiert werden. Lediglich bei Strom und Gas sowie bei Öl- und Wolframbasierten Produkten konnte eine Teuerung nicht vermieden werden.

Im Portfolio der Lieferanten kam es im Geschäftsjahr zu einzelnen Insolvenzen. Dank des installierten Risikomanagementsystems, verbunden mit einer engen Kommunikation zu den betroffenen Lieferanten, liefen alle aufgetretenen Insolvenzen ohne Versorgungsausfälle ab.

Die Optimierung der Zahlungsbedingungen mit unseren Lieferanten wurde im Geschäftsjahr fortgesetzt. Dabei ist es erneut gelungen, durch die systematische Vermeidung von Frühzahlungen und die Anwendung standardisierter Zahlungsbedingungen einen wesentlichen Beitrag zum Working Capital Management zu leisten.

Nach der Unterzeichnung des Einkaufskooperationsvertrags mit der Continental AG im März 2009 arbeiteten die Einkaufsbereiche beider Unternehmen auch im dritten Jahr erfolgreich zusammen. Das gilt sowohl für den Bereich Produktionsmaterial als auch für indirektes Material.

Durch die gemeinsamen Aktivitäten konnten die Kosten beider Unternehmen nachhaltig gesenkt werden. In guter Gruppenarbeit wurde systematisch an vereinheitlichten Standards gearbeitet und die Ausschreibungen beider Häuser koordiniert, um einen gemeinsamen Marktauftritt [--break--] und -erfolg zu gewährleisten. Die intensive Zusammenarbeit erfolgte in der strategischen Ausrichtung und im operativen Geschäft nicht nur im Bereich jeder einzelnen Einkaufsbranche, sondern zudem global in allen wichtigen Märkten in West- und Osteuropa sowie in Asien, Nord- und Südamerika.

Die bewährte Zusammenarbeit mit der Continental AG wird auch in den Folgejahren konsequent fortgeführt.