4. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

4.1 Immaterielle Vermögenswerte

Nr. 038
in Mio. EUR Geschäfts- oder Firmenwerte Erworbene immaterielle Vermögenswerte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Geleistete Anzahlungen Summe
Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Bestand zum 01. Januar 2010 483 998 212 1 1.694
Zugänge 0 6 15 0 21
Abgänge 0 -11 -17 -1 -29
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 4 1 0 5
Bestand zum 31. Dezember 2010 483 997 211 0 1.691
Bestand zum 01. Januar 2011 483 997 211 0 1.691
Zugänge 0 5 10 0 15
Abgänge 0 -1 0 0 -1
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 1 0 0 1
Bestand zum 31. Dezember 2011 483 1.002 221 0 1.706
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Bestand zum 01. Januar 2010 0 968 108 0 1.076
Zugänge 0 16 32 0 48
Abgänge 0 -11 0 0 -11
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 3 0 0 3
Bestand zum 31. Dezember 2010 0 976 140 0 1.116
Bestand zum 01. Januar 2011 0 976 140 0 1.116
Zugänge 0 10 27 0 37
Abgänge 0 -1 0 0 -1
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Währungsumrechnung 0 1 0 0 1
Bestand zum 31. Dezember 2011 0 986 167 0 1.153
Nettobuchwerte
Zum 01. Januar 2010 483 30 104 1 618
Zum 31. Dezember 2010 483 21 71 0 575
Zum 01. Januar 2011 483 21 71 0 575
Zum 31. Dezember 2011 483 16 54 0 553

Zum Bilanzstichtag 2011 sind von Dritten erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einem Restbuchwert von 16 Mio. EUR (Vj.: 21 Mio. EUR) aktiviert. Die Zugänge im Geschäftsjahr 2011 betrugen 5 Mio. EUR (Vj.: 6 Mio. EUR).

Die in den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten enthaltenen Entwicklungskosten verminderten sich im Geschäftsjahr 2011 durch planmäßige Abschreibungen in Höhe von 13 Mio. EUR (Vj.: 13 Mio. EUR) auf 32 Mio. EUR (Vj.: 45 Mio. EUR).

Daneben ist selbst erstellte Software, vor allem aus der Einführung von SAP, in Höhe von [--break--] 22 Mio. EUR (Vj.: 26 Mio. EUR) in den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten enthalten. Zugängen von 10 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2011 (Vj.: 12 Mio. EUR) stehen planmäßige Abschreibungen von 14 Mio. EUR (Vj.: 19 Mio. EUR) gegenüber.

Die für die immateriellen Vermögenswerte angefallenen Abschreibungen in Höhe von 37 Mio. EUR (Vj.: 48 Mio. EUR) sind in den folgenden Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst: Umsatzkosten 14 Mio. EUR (Vj.: 15 Mio. EUR), Kosten der Forschung und Entwicklung 3 Mio. EUR (Vj.: 2 Mio. EUR), Kosten des Vertriebs 5 Mio. EUR (Vj.: 5 Mio. EUR) und Kosten der allgemeinen Verwaltung 15 Mio. EUR (Vj.: 26 Mio. EUR).

In den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten sind Buchwerte in Höhe von 10 Mio. EUR (Vj.: 13 Mio. EUR) enthalten, die noch keinen planmäßigen Abschreibungen unterliegen. Diese betreffen noch nicht abgeschlossene Projekte zu selbst erstellter Software.

Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betragen in 2011 495 Mio. EUR (Vj.: 467 Mio. EUR).

Zum 31. Dezember 2011 waren immaterielle Vermögenswerte mit einem Buchwert in Höhe von [--break--] 5 Mio. EUR (Vj.: 7 Mio. EUR) als Sicherheiten für Bankdarlehen verpfändet.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Geschäfts- oder Firmenwerte der Schaeffler Gruppe werden mindestens einmal jährlich auf Werthaltigkeit in Übereinstimmung mit der im Kapitel Allgemeine Erläuterungen (Rechnungslegungsgrundsätze) dargestellten Vorgehensweise überprüft. Zentrale Annahme im Rahmen unserer Planung sind konstante Wachstumsraten in den Segmenten Automotive und Industrie, die jeweils über den Annahmen des Gesamtmarktes liegen. Weiterhin gehen wir davon aus, dass wir auf Seiten der Kostenentwicklung so flexibel reagieren können, dass die EBITDA-Marge auch in den nächsten Jahren auf dem aktuellen Niveau gehalten werden kann.

Zur Ermittlung des erzielbaren Betrags wird für die über den Detailplanungszeitraum bis 2014 hinausgehenden Cash Flows eine jährliche Wachstumsrate in Höhe von 0,5 % (Vj.: 0,5 %) pro Segment zugrunde gelegt. Als gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz wird, abhängig vom zugrunde liegenden Geschäft und dem Land, in dem das Geschäft betrieben wird, [--break--] ein entsprechender Vorsteuerzinssatz von 13,87 % (Vj.: 13,05 %) für das Segment Automotive und von 13,89 % (Vj.: 13,05 %) für das Segment Industrie angenommen. Dies entspricht einem [--break--] Nachsteuersatz von 9,64 % für das Segment Automotive (Vj.: 9,12 %) und 9,75 % für das Segment Industrie (Vj.: 9,18 %).

Die Bewertungsannahmen sind für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten grundsätzlich identisch.

Für das Berichtsjahr sowie das Vorjahr ist der ermittelte Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten größer als der Buchwert. Somit besteht kein Wertminderungsbedarf. Selbst bei einer angepassten Planungsprämisse, wie z. B. einer Verminderung des geplanten EBIT um 15 % oder einer Erhöhung des Kapitalkostensatzes um 5 %, wurde kein Wertminderungsbedarf ermittelt.

Die Buchwerte der den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerte änderten sich gegenüber dem Vorjahr nicht und belaufen sich auf 275 Mio. EUR (Vj.: 275 Mio. EUR) (Automotive) und 208 Mio. EUR (Vj.: 208 Mio. EUR) (Industrie).

4.2 Sachanlagen

Nr. 039
in Mio. EUR Grundstücke

und Gebäude

Technische Anlagen und Maschinen Sonstige Anlagen Anlagen

im Bau

Summe
Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Bestand zum 01. Januar 2010 1.987 5.466 824 167 8.444
Zugänge 16 160 36 153 365
Abgänge -12 -188 -72 -10 -282
Umbuchungen 5 92 4 -101 0
Währungsumrechnung 57 167 18 6 248
Bestand zum 31. Dezember 2010 2.053 5.697 810 215 8.775
Bestand zum 01. Januar 2011 2.053 5.697 810 215 8.775
Zugänge 1) 32 313 73 413 831
Abgänge -6 -119 -42 -2 -169
Umbuchungen 9 100 8 -117 0
Währungsumrechnung 0 -20 -3 0 -23
Bestand zum 31. Dezember 2011 2.088 5.971 846 509 9.414
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Bestand zum 01. Januar 2010 854 3.788 655 18 5.315
Abschreibungen 67 414 57 0 538
Wertminderungen 0 2 0 0 2
Wertaufholungen 0 0 0 -5 -5
Abgänge -10 -183 -69 0 -262
Umbuchungen 0 -1 1 0 0
Währungsumrechnung 18 113 15 0 146
Bestand zum 31. Dezember 2010 929 4.133 659 13 5.734
Bestand zum 01. Januar 2011 929 4.133 659 13 5.734
Abschreibungen 66 389 62 0 517
Wertminderungen 0 0 0 0 0
Wertaufholungen 0 0 0 0 0
Abgänge -1 -115 -41 0 -157
Umbuchungen 0 -4 4 0 0
Währungsumrechnung 2 -9 -2 1 -8
Bestand zum 31. Dezember 2011 996 4.394 682 14 6.086
Nettobuchwerte
Zum 01. Januar 2010 1.133 1.678 169 149 3.129
Zum 31. Dezember 2010 1.124 1.564 151 202 3.041
Zum 01. Januar 2011 1.124 1.564 151 202 3.041
Zum 31. Dezember 2011 1.092 1.577 164 495 3.328
1) Der Wert beinhaltet nichtzahlungswirksame Anlagenzugänge der Berichtsperiode in Höhe von 58 Mio. EUR (Vj.: 19 Mio. EUR).

Im Geschäftsjahr 2011 hat die Schaeffler Gruppe bei den Sachanlagen mit 831 Mio. EUR [--break--] (Vj.: 365 Mio. EUR) deutlich mehr investiert als in 2010.

Der Anstieg der weltweiten Automobilproduktion, die positive Entwicklung im Maschinen- [--break--] und Anlagenbau sowie das Ziel, die Präsenz in den Wachstumsregionen auszubauen, [--break--] führten zu erheblichen Investitionen sowohl in die Erweiterung bestehender als auch den [--break--] Aufbau neuer Produktionskapazitäten. Die Investitionsschwerpunkte lagen dabei neben Deutschland in den Fertigungsstätten in China und Korea, in der Slowakei und den USA.

Zum 31. Dezember 2011 waren Sachanlagen mit einem Buchwert in Höhe von 1.703 Mio. EUR [--break--] (Vj.: 1.627 Mio. EUR) als Sicherheiten für Bankdarlehen verpfändet.

4.3 Anteile an at Equity bewerteten Beteiligungen

Nr. 040
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Schaeffler Beteiligungsholding GmbH & Co. KG 1) 4.770 5.248
Sonstige 2 4
Summe 4.772 5.252
1) In 2010 Continental AG.

Zu den Veränderungen der Anteile an at Equity bewerteten Beteiligungen verweisen wir auf die Ausführungen im Anhang unter 2.2 At Equity bewertete Beteiligungen .

4.4 Aktive und passive latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern

Die Gesamtbeträge der aktiven und passiven latenten Steuern resultieren aus den folgenden Posten:

Nr. 041
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Immaterielle Vermögenswerte -15 -19
Sachanlagen -91 -92
Finanzielle Vermögenswerte -4 -1
Vorräte 21 17
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte -12 -57
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 112 106
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 141 173
Verlustvorträge 25 25
Sonstiges 49 21
Latente Steuern (netto) 226 173
Aktive latente Steuern 350 289
Passive latente Steuern -124 -116

Die latenten Steuern werden entsprechend IAS 12 anhand der Steuersätze bewertet, die voraussichtlich bei der Realisation gelten werden und bereits am Bilanzstichtag gültig bzw. angekündigt sind. Für das Geschäftsjahr 2011 wurden ein durchschnittlicher Gewerbesteuersatz von 12,0 % (Vj.: 12,0 %) für deutsche Personengesellschaften und ein durchschnittlicher Körperschaft [--break--] steuersatz einschließlich Solidaritätszuschlag sowie Gewerbesteuersatz von 27,9 % (Vj.: 27,9 %) für deutsche Kapitalgesellschaften bzw. entsprechende lokale Steuersätze für ausländische Gesellschaften angewendet.

Im Geschäftsjahr 2011 weisen einige Tochterunternehmen bzw. steuerliche Organschaften, [--break--] welche einen Verlust erwirtschaftet haben, einen Nettoüberschuss an aktiven latenten Steuern [--break--] in Höhe von 8 Mio. EUR (Vj.: 19 Mio. EUR) aus. Die Realisierung dieser aktiven latenten Steuernettoposition wird insofern als wahrscheinlich eingeschätzt, da für zukünftige Perioden ausreichend zu versteuerndes Ergebnis erwartet wird.

Der Bruttobestand an Verlustvorträgen zum 31. Dezember 2011 beträgt für Körperschaftsteuer 140 Mio. EUR (Vj.: 160 Mio. EUR) und für Gewerbesteuer 48 Mio. EUR (Vj.: 32 Mio. EUR). Davon wurde auf 77 Mio. EUR (Vj.: 70 Mio. EUR) keine latente Steuer gebildet. Zudem bestehen zum Bilanzstichtag Vorträge aus der Zinsschranke in Höhe von 481 Mio. EUR (Vj.: 303 Mio. EUR), [--break--] auf die keine latente Steuer gebildet wurde. Der überwiegende Teil der nicht angesetzten [--break--] Verlustvorträge sowie Zinsvorträge ist unbefristet nutzbar. In 2011 waren Zinsaufwendungen [--break--] in Höhe von 178 Mio. EUR aufgrund der Zinsschranke steuerlich nicht abzugsfähig.

Zum 31. Dezember 2011 beträgt der kumulierte Saldo im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasster latenter Steuern 86 Mio. EUR (Vj.: 38 Mio. EUR) und resultiert im Wesentlichen aus Derivaten sowie Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen.

Es ist derzeit nicht absehbar, dass eines der Tochterunternehmen der Schaeffler Gruppe veräußert werden soll. Insofern wurden nur für geplante Ausschüttungen latente Steuern gebildet.

4.5 Vorräte

Nr. 042
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 311 283
Unfertige Erzeugnisse 401 401
Fertige Erzeugnisse und Handelsware 845 792
Anzahlungen 5 6
Summe 1.562 1.482

Die auf Vorräte erfasste Wertberichtigung beläuft sich im Geschäftsjahr 2011 auf 192 Mio. EUR (Vj.: 200 Mio. EUR). Bei der Wertberichtigung werden Gängigkeit, Alter sowie sämtliche ersichtlichen Lagerungs- und Vorratsrisiken berücksichtigt. Vorräte in Höhe von 7.367 Mio. EUR [--break--] (Vj.: 6.423 Mio. EUR) wurden in der Berichtsperiode als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

In Höhe von 1.078 Mio. EUR (Vj.: 1.035 Mio. EUR ) dienten Vorräte als Sicherheiten für Bankdarlehen.

4.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Nr. 043
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.607 1.443

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind keine langfristigen Posten enthalten.

In Höhe von 884 Mio. EUR (Vj.: 795 Mio. EUR) dienten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2011 als Sicherheiten für Bankdarlehen.

Die Schaeffler Gruppe erfasst Wertberichtigungen auf uneinbringliche Forderungen sowie für allgemeine Kreditrisiken auf individueller Basis. Die Erfassung erfolgt dabei zunächst auf Wertberichtigungskonten, es sei denn, es kann bereits bei Eintritt des Wertminderungstatbestands davon ausgegangen werden, dass die Forderung gänzlich oder in Teilen uneinbringlich sein wird. In diesen Fällen erfolgt eine direkte erfolgswirksame Wertminderung des Bruttowertes der Forderung. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Nr. 044
in Mio. EUR 2011 2010
Wertberichtigung zum 01. Januar 22 25
Zuführungen 3 3
Inanspruchnahme -4 -2
Wertaufholungen -3 -4
Wertberichtigung zum 31. Dezember 18 22

Die überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Nr. 045
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Buchwert 1.607 1.443
Davon nicht überfällig 1.492 1.355
Davon überfällig Bis zu 60 Tage 109 81
61 – 120 Tage 3 5
121 – 180 Tage 1 0
181 – 360 Tage 1 1
Mehr als ein Jahr 1 1

Die überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor und nach Wertberichtigungen entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt:

Überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor und nach Werteberichtigungen

Nr. 046
Davon überfällig
in Mio. EUR Bis zu
60 Tage
61–120

Tage

121–180 Tage 181–360 Tage Mehr als

ein Jahr

31. Dezember 2011
Brutto 110 6 2 3 10
Wertberichtigung 1 3 1 2 9
Netto 109 3 1 1 1
31. Dezember 2010
Brutto 81 8 1 3 10
Wertberichtigung 0 3 1 2 9
Netto 81 5 0 1 1

Bezüglich Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen wird auf 5.5 Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen im Anhang verwiesen.

4.7 Sonstige Vermögenswerte und Ertragsteuerforderungen

Nr. 047
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Sonstige Vermögenswerte 295 423
Ertragsteuerforderungen 111 98

Die Ertragsteuerforderungen betragen zum 31. Dezember 2011 111 Mio. EUR (Vj.: 98 Mio. EUR) und sind mit Ausnahme von 22 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR) kurzfristig.

Die folgende Tabelle zeigt die Aufteilung der sonstigen Vermögenswerte in lang- und kurzfristige Positionen:

Sonstige Vermögenswerte (Lang-/Kurzfristig)

Nr. 048
31.12.2011 31.12.2010
in Mio. EUR Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Aktiver Saldo aus Pensionsbewertungen 43 0 43 46 0 46
Handelbare Wertpapiere 4 0 4 3 0 3
Ausleihungen und Finanzforderungen 16 0 16 22 0 22
Steuerforderungen 1 110 111 21 112 133
Derivative finanzielle Vermögenswerte 2 11 13 43 77 120
Übrige Vermögenswerte 29 79 108 31 68 99
Summe 95 200 295 166 257 423

Die Veränderung der derivativen finanziellen Vermögenswerte resultiert im Wesentlichen aus Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente, die zur ökonomischen Absicherung [--break--] von Zins- und Währungsrisiken in der Schaeffler Gruppe eingesetzt werden. Darin enthalten sind ein Zinssicherungsgeschäft in Höhe von 2 Mio. EUR (Vj.: 43 Mio. EUR) sowie positive Marktwerte in Höhe von 11 Mio. EUR (Vj.: 77 Mio. EUR) von Devisensicherungsinstrumenten.

Darüber hinaus umfassen die weiteren Positionen hauptsächlich Umsatzsteuerforderungen und sonstige Steuerforderungen, den aktiven Saldo der Pensionsbewertungen sowie Ausleihungen und Finanzforderungen.

Zum 31. Dezember 2011 dienten sonstige Vermögenswerte und Ertragsteuerforderungen in Höhe von 45 Mio. EUR (Vj.: 52 Mio. EUR) als Sicherheiten für Bankdarlehen.

4.8 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zum 31. Dezember 2011 beläuft sich der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten auf 397 Mio. EUR (Vj.: 733 Mio. EUR) und umfasst im Wesentlichen Bankguthaben.

In Höhe von 259 Mio. EUR (Vj.: 531 Mio. EUR) dienten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2011 als Sicherheiten für Bankdarlehen.

4.9 Eigenkapital

Das Eigenkapital der Schaeffler Gruppe setzt sich wie folgt zusammen:

Nr. 049
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Gezeichnetes Kapital 500 500
Rücklagen 1.324 2.801
Kumuliertes übriges Eigenkapital -163 -7
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens
zurechenbares Eigenkapital
1.661 3.294
Nicht beherrschende Anteile 53 47
Eigenkapital 1.714 3.341

Die Schaeffler AG (bis 13. Oktober 2011 Schaeffler GmbH) wurde am 29. September 2009 mit einem Stammkapital von 25.000 EUR gegründet. Am 28. Juni 2010 hat sich das Stammkapital der Schaeffler GmbH durch Sachkapitalerhöhung (im Rahmen einer Ausgliederung) auf 500.025.000 EUR erhöht.

Nach dem Formwechsel der Schaeffler GmbH zur Schaeffler AG beträgt das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Schaeffler AG zum 31. Dezember 2011 weiterhin 500.025.000 EUR. Es ist eingeteilt in 500.025.000 nennwertlose auf den Namen lautende Stückaktien, welche zu 100 % von [--break--] der Schaeffler Verwaltungs GmbH gehalten werden. Das Grundkapital ist zur Gänze eingezahlt, es existieren weder genehmigte noch bedingte Kapitalien oder Beschlüsse betreffend solcher Kapitalien.

Vor der Umwandlung in eine AG am 13. Oktober 2011 erfolgten Ausschüttungen durch die Schaeffler GmbH an die Gesellschafterin in Höhe von 2.364 Mio. EUR (entsprechend 4,73 EUR je Aktie). Hiervon betreffen 400 Mio. EUR eine am 5. Januar 2011 durchgeführte Barausschüttung und weitere 764 Mio. EUR eine Sachausschüttung von Aktien der Continental AG, die am 5. Mai 2011 erfolgte. Zudem wurde eine Verbindlichkeit über eine weitere Ausschüttung (600 Mio. EUR vom 1. Juli 2011, vgl. 4.10 Kurz-/Langfristige Finanzschulden ) im Wege der befreienden Schuldübernahme übernommen und schließlich eine weitere Sachdividende von 600 Mio. EUR in Form der Begründung einer Darlehensforderung der Schaeffler Verwaltungs GmbH gegenüber der Schaeffler AG ausgeschüttet (Sachdividende vom 22. September 2011, vgl. ebenfalls 4.10 Kurz-/Langfristige Finanzschulden ).

Für das Geschäftsjahr 2011 wird der Hauptversammlung eine Ausschüttung von 300 Mio. EUR vorgeschlagen.

Das kumulierte übrige Eigenkapital umfasst die folgenden Kategorien:

  • Rücklagen aus Währungsumrechnung [--break--]

Die Rücklagen aus Währungsumrechnung umfassen sämtliche Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Geschäftsbetriebe mit einer von der Darstellungswährung abweichenden funktionalen Währung.

  • Rücklagen aus Absicherungen von Zahlungsströmen [--break--]

Die Rücklagen aus der Absicherung von Zahlungsströmen umfassen den effektiven Teil der kumulierten Nettoänderungen des beizulegenden Zeitwertes der dafür eingesetzten Sicherungsinstrumente.

  • Rücklagen aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten [--break--]

Die Rücklagen aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten umfassen sämtliche kumulativen Nettoänderungen des beizulegenden Zeitwertes von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten bis zu deren Abgang bzw. Ausbuchung.

  • Rücklagen aus Anpassung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 

Die Schaeffler Gruppe erfasst sämtliche entstandenen versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen im kumulierten übrigen Eigenkapital.

Aus den Rücklagen aus Absicherungen von Zahlungsströmen wurden im Geschäftsjahr 2011 Aufwendungen von 75 Mio. EUR und Erträge von 76 Mio. EUR in die Konzern-Gewinn- und [--break--] Verlustrechnung umgegliedert (vgl. 4.15 Finanzinstrumente ). Eine weitere Umgliederung aus dem kumulierten übrigen Eigenkapital in das Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen in Höhe von [--break--] 13 Mio. EUR betraf den teilweisen Abgang von Aktien der Continental AG im Rahmen der Sachdividende vom Mai 2011 (vgl. 2.1 Konsolidierungskreis ).

Die nicht beherrschenden Anteile entsprechen den Anteilen Dritter am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochtergesellschaften.

4.10 Kurz-/Langfristige Finanzschulden

Finanzschulden

Nr. 050
31.12.2011 31.12.2010
in Mio. EUR Gesamt Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit über 1 Jahr Gesamt Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit über 1 Jahr
Finanzschulden 7.485 317 7.168 6.477 64 6.413

Am 31. Dezember 2011 bestanden in der Schaeffler Gruppe Finanzschulden in Höhe von 7.485 Mio. EUR (Vj.: 6.477 Mio. EUR). Darin enthalten sind langfristige Finanzschulden in Höhe von 7.168 Mio. EUR (Vj.: 6.413 Mio. EUR) und kurzfristige Finanzschulden in Höhe von 317 Mio. EUR (Vj.: 64 Mio. EUR), welche jeweils zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.

Aufgrund der Tatsache, dass sich die IHO Gruppe, definiert als Konzern mit der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG als Konzernmuttergesellschaft, und ihre Gesellschafter Ende März 2011 mit den Konsortialbanken auf eine umfassende Refinanzierung ihrer Verbindlichkeiten geeinigt haben, ergaben sich für die Schaeffler Gruppe wesentliche Auswirkungen auf die ursprüngliche Akquisitionsfinanzierung. Insbesondere das aus der Refinanzierung vom [--break--] 20. November 2009 hervorgegangene Senior Facility Agreement (SFA) erhöhte sich um 600 Mio. EUR aufgrund einer befreienden Schuldübernahme durch die Schaeffler AG von ihrer Muttergesellschaft, der Schaeffler Verwaltungs GmbH. Die vereinbarten Konditionen entsprechen den bestehenden Vereinbarungen des Senior Facility Agreement.

Der Nominalbetrag des SFA beträgt zum Stichtag 7.743 Mio. EUR (Vj.: 7.143 Mio. EUR) und unterteilt sich in ein Darlehen (Term Loan) in Höhe von 6.950 Mio. EUR (Vj.: 6.350 Mio. EUR) und einen Revolver in Höhe von 793 Mio. EUR (Vj.: 793 Mio. EUR). Die Laufzeit endet am 30. Juni 2013. Die Verzinsung beträgt 425 Basispunkte über dem EURIBOR. Der Buchwert zum 31. Dezember 2011 beträgt 6.949 Mio. EUR (Vj.: 6.271 Mio. EUR) und wird unter den langfristigen Finanzschulden ausgewiesen. Der Unterschied zum Nominalbetrag ergibt sich aus den noch nicht amortisierten Transaktionskosten in Höhe von 1 Mio. EUR (Vj.: 79 Mio. EUR) sowie dem zum Stichtag nicht in Anspruch genommenen Revolver.

Des Weiteren wurde für den Erwerb eines Zinssicherungsinstruments ein Annuitätendarlehen aufgenommen, dessen Buchwert sich zum Jahresende auf 101 Mio. EUR (Vj.: 140 Mio. EUR) beläuft. Der Ausweis erfolgt unter den langfristigen Finanzschulden.

Darüber hinaus wurde am 22. September 2011 eine Sachdividende in Höhe von 600 Mio. EUR in Form der Begründung einer Darlehensforderung der Schaeffler Verwaltungs GmbH gegenüber der Schaeffler AG ausgeschüttet. Der Buchwert zum 31. Dezember 2011 beträgt 417 Mio. EUR und unterteilt sich in einen kurzfristigen Anteil in Höhe von 300 Mio. EUR und einen langfristigen Anteil in Höhe von 117 Mio. EUR.

Das SFA enthält bestimmte Auflagen, zu denen unter anderem die Einhaltung bestimmter [--break--] Finanzkennzahlen (Financial Covenants) zählt. Bei diesen Finanzkennzahlen handelt es sich um Senior Debt Leverage, Senior Interest Cover, Senior Cash Flow Cover und Capital Expenditure. Den Kreditgebern stand unter Vorliegen bestimmter Bedingungen, u. a. im Fall der Nichteinhaltung der Finanzkennzahlen (Covenants), ein außerordentliches Kündigungsrecht zu, welches zur sofortigen Fälligstellung der Kredite berechtigt hätte.

Im Rahmen des Kreditvertrages sind umfangreiche Sicherheiten an die Banken gegeben worden. Soweit diese angabepflichtig sind, ist dies in den Erläuterungen zu den betreffenden Bilanzposten vermerkt.

4.11 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Leistungen an Arbeitnehmer umfassen beitragsorientierte sowie leistungsorientierte Pläne, die teilweise fondsfinanziert sind. Während die beitragsorientierten Pläne außer den regulären, im Personalaufwand erfassten Beiträgen keine weiteren Verpflichtungen bedingen, schlagen sich die leistungsorientierten Pläne in den folgenden Bilanzposten nieder:

Nr. 051
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Rückstellungen für Pensionen (Passivsaldo der Schulden und des zugehörenden Planvermögens) 1.215 1.110
Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen 2 2
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.217 1.112
Vermögenswerte aus der Bewertung von Pensionen (Aktivsaldo der Schulden und des zugehörenden Planvermögens) 43 46
Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen 1.174 1.066

Die Werte der leistungsorientierten Verpflichtungen sowie des Planvermögens stellen sich wie folgt dar:

Leistungsorientierte Verpflichtungen

Nr. 052
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 1.145 1.041
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 536 501
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (gesamt) 1.681 1.542
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 509 478
In der Bilanz angesetzte Nettopensionsverpflichtungen 1.172 1.064
Sonstige pensionsähnliche Leistungen an Arbeitnehmer 2 2
Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen 1.174 1.066

Die Schaeffler Gruppe gewährt ihren Arbeitnehmern verschiedene Arten der Altersversorgung.Die leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen bestehen überwiegend gegenüber Begünstigten in Deutschland und sind größtenteils nicht über Fonds finanziert. Die Ausnahme bilden Pensionsvereinbarungen, bei denen die Arbeitnehmer durch Entgeltumwandlung einen zusätzlichen Anspruch auf Pensionszahlungen erwerben („deferred compensation“). In diesen Fällen willigt Schaeffler in die Entgeltumwandlung zum Zweck des Aufbaus zusätzlichen Kapitals ein, das mit Beginn des Ruhestandes einmalig oder ratierlich ausgezahlt wird. Das umgewandelte Entgelt ist in speziellen Fonds investiert.

Neben den deutschen Pensionsplänen bestehen weitere wesentliche leistungsorientierte Pläne für Mitarbeiter in den USA und Großbritannien. Die Schaeffler Gruppe finanziert in diesen Ländern die Pensionsverpflichtungen über externe Pensionsfonds. Zum Ende des Geschäftsjahres 2011 waren ungefähr 86 % (Vj.: 90 %) der in den USA und Großbritannien bestehenden Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen gedeckt.

Das Planvermögen setzt sich wie folgt zusammen:

Nr. 053
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Eigenkapitalinstrumente 177 172
Schuldinstrumente 210 183
Immobilien 15 14
Zahlungsmittel 2 2
Sonstiges (inkl. Rückdeckungsversicherungen) 105 107
Summe 509 478

Von der Schaeffler Gruppe selbst genutzte Immobilien sowie unternehmenseigene Finanzinstrumente sind nicht Bestandteil des Planvermögens.

Die folgende Übersicht stellt eine Überleitungsrechnung der Eröffnungs- und Schlusssalden des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen dar:

Überleitungsrechnung leistungsorientierte Verpflichtungen

Nr. 054
in Mio. EUR 2011 2010
Leistungsorientierte Verpflichtungen zum 01. Januar 1.542 1.474
Gezahlte Leistungen -83 -81
Laufender Dienstzeitaufwand 24 25
Zinsaufwand 78 77
Beiträge der Begünstigten 9 9
Übertragungen 1 -1
Unverfallbare, rückwirkende Planänderungen 0 4
Verfallbare, rückwirkende Planänderungen 0 1
Im sonstigen Ergebnis erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 100 8
Währungsumrechnung 10 26
Leistungsorientierte Verpflichtungen zum 31. Dezember 1.681 1.542

Die folgende Übersicht stellt eine Überleitungsrechnung der Eröffnungs- und Schlusssalden des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens dar:

Überleitungsrechnung Planvermögen

Nr. 055
in Mio. EUR 2011 2010
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 01. Januar 478 385
Gezahlte Leistungen -22 -20
Erwartete Erträge aus Planvermögen 26 25
Beiträge des Arbeitgebers/der Arbeitnehmer 33 52

davon Beiträge des Arbeitgebers

24 44

davon Beiträge des Arbeitnehmers

9 8
Übertragungen -1 -1
Im sonstigen Ergebnis erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste -15 16
Währungsumrechnung 10 21
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember 509 478

Die tatsächlichen Erträge des Planvermögens belaufen sich in 2011 auf 11 Mio. EUR (Vj.: 41 Mio. EUR).

Für das Geschäftsjahr 2012 zahlt die Schaeffler Gruppe 46 Mio. EUR in das Planvermögen ein.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die erfolgswirksam erfassten Beträge:

Netto-Pensionsaufwendungen

Nr. 056
in Mio. EUR 2011 2010
Laufender Dienstzeitaufwand 24 25
Zinsaufwand 78 77
Erwartete Erträge aus Planvermögen -26 -25
Tilgung nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 4
Netto-Pensionsaufwendungen 76 81

Die Beträge werden in den folgenden Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

Netto-Pensionsaufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung

Nr. 057
in Mio. EUR 2011 2010
Umsatzkosten 14 18
Kosten der Forschung und Entwicklung 3 4
Kosten des Vertriebs 3 3
Kosten der allgemeinen Verwaltung 4 4
Im EBIT enthalten 24 29
Zinsaufwand 78 77
Erwartete Erträge aus Planvermögen -26 -25
Im Finanzergebnis enthalten 52 52
Gesamt 76 81

Die folgenden Aufwendungen werden im Personalaufwand innerhalb der entsprechenden Funktionskosten erfasst:

Netto-Pensionsaufwendungen innerhalb der Funktionskosten

Nr. 058
in Mio. EUR 2011 2010
Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne 24 29
Beiträge zu beitragsorientierten Plänen 11 12
Summe 35 41

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste. Der Ausweis erfolgt einschließlich anteiliger Währungsumrechnungseffekte vor latenten Steuern.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste

Nr. 059
in Mio. EUR 2011 2010
Kumulierter Betrag zum 01. Januar -43 -34
Gewinne/Verluste aus leistungsorientierten Verpflichtungen,

laufendes Jahr

100 8
Gewinne/Verluste aus Planvermögen, laufendes Jahr 15 -17
Kumulierter Betrag zum 31. Dezember 72 -43

Die Annahmen zur Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen, insbesondere in Bezug auf den Abzinsungssatz, die Lohn- und Gehaltstrends sowie die langfristig erwarteten Erträge aus Planvermögen, werden für jedes Land separat getroffen.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten versicherungsmathematischen Annahmen in der Schaeffler Gruppe:

Versicherungsmathematische Annahmen

Nr. 060
2011 2010
Abzinsungssatz zum 31. Dezember 4,9 % 5,3 %
Erwartete Erträge aus Planvermögen 5,7 % 6,0 %
Zukünftige Lohn- und Gehaltssteigerungen 3,3 % 3,3 %
Zukünftige Rentensteigerungen 1,7 % 1,7 %

Für die wichtigsten Länder ergeben sich die versicherungsmathematischen Annahmen wie folgt:

Versicherungsmathematische Annahmen: Deutschland

Nr. 061
Deutschland: 2011 2010
Abzinsungssatz zum 31. Dezember 5,0 % 5,3 %
Erwartete Erträge aus Planvermögen 4,5 % 4,2 %
Zukünftige Lohn- und Gehaltssteigerungen 3,3 % 3,3 %
Zukünftige Rentensteigerungen 1,5 % 1,5 %

Versicherungsmathematische Annahmen: USA

Nr. 062
USA: 2011 2010
Abzinsungssatz zum 31. Dezember 4,5 % 5,5 %
Erwartete Erträge aus Planvermögen 7,7 % 8,2 %
Zukünftige Lohn- und Gehaltssteigerungen n.a. n.a.
Zukünftige Rentensteigerungen n.a. n.a.

Versicherungsmathematische Annahmen: Großbritannien

Nr. 063
Großbritannien: 2011 2010
Abzinsungssatz zum 31. Dezember 5,0 % 5,5 %
Erwartete Erträge aus Planvermögen 5,6 % 6,2 %
Zukünftige Lohn- und Gehaltssteigerungen n.a. n.a.
Zukünftige Rentensteigerungen 3,0 % 3,0 %

Die insgesamt erwarteten langfristigen Erträge aus Planvermögen belaufen sich auf 5,7 % [--break--] (Vj.: 6,0 %). Die Schätzung basiert auf den Erträgen des Portfolios in seiner Gesamtheit und [--break--] nicht auf den Gesamterträgen der einzelnen Vermögenswertkategorien. Sie ist auf Basis [--break--] historischer Erträge ohne Anpassungen ermittelt worden.

Die Annahmen bezüglich der Sterblichkeit beruhen auf öffentlichen Statistiken sowie länderspezifischen Sterbetafeln. Für die deutschen Pläne werden die Richttafeln von Heubeck 2005 G verwendet.

Die Entwicklung der erfahrungsbedingten Anpassungen der Pensionsverpflichtungen und [--break--] des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung Pensionsverpflichtungen und Planvermögen

Nr. 064
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2008 31.12.2007 1)
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 1.681 1.542 1.474 1.292 1.403
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 509 478 385 329 405
Plandefizit 1.172 1.064 1.089 963 998
Erfahrungsbedingte Anpassungen der Schulden des Plans 7 7 14 10 -13

Erfahrungsbedingte Anpassungen des Planvermögens

15 15 20 -74 -5
1) Die Angaben entsprechen den im IFRS-Konzernabschluss der IHO Gruppe bilanzierten Werten.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen basieren auf Unterschieden zwischen den am Anfang des Geschäftsjahres erwarteten und den am Ende des Geschäftsjahres eingetroffenen versicherungsmathematischen Annahmen.

4.12 Rückstellungen

Nr. 065
in Mio. EUR Personal-aufwen-
dungen
Restruktu-rierung Gewähr-
leistungen
Sonstige Steuern Haftungs- und Prozess-
risiken
Sonstige Summe
Bestand zum 01. Januar 2010 212 39 47 9 17 117 441
Zuführungen 74 1 36 28 11 110 260
Inanspruchnahme -86 -13 -14 -2 -7 -78 -200
Änderungen Konsolidierungskreis 0 0 0 0 -1 -2 -3
Auflösungen -9 -21 -20 0 -3 -16 -69
Zinsaufwendungen 4 0 0 0 0 1 5
Währungsumrechnung 2 1 1 1 1 4 10
Bestand zum 31. Dezember 2010 197 7 50 36 18 136 444
Bestand zum 01. Januar 2011 197 7 50 36 18 136 444
Zuführungen 34 1 45 6 4 37 127
Inanspruchnahme -92 -1 -17 -9 -4 -110 -233
Auflösungen -8 -6 -15 -10 -3 -12 -54
Zinsaufwendungen 4 0 0 0 0 0 4
Währungsumrechnung 0 0 0 0 -1 0 -1
Bestand zum 31. Dezember 2011 135 1 63 23 14 51 287

Die Rückstellungen können jeweils wie folgt in einen lang- und einen kurzfristigen Anteil aufgeteilt werden:

Rückstellungen (Lang-/Kurzfristig)

Nr. 066
31.12.2011 31.12.2010
in Mio. EUR Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Personalaufwendungen 66 69 135 117 80 197
Restrukturierung 0 1 1 0 7 7
Gewährleistungen 0 63 63 0 50 50
Sonstige Steuern 0 23 23 0 36 36
Haftungs- und Prozessrisiken 0 14 14 0 18 18
Sonstige 13 38 51 10 126 136
Gesamt 79 208 287 127 317 444

Personalaufwendungen und Restrukturierung

Rückstellungen für Personalaufwendungen beinhalten mit 85 Mio. EUR (Vj.: 100 Mio. EUR) insbesondere Rückstellungen für Altersteilzeit nach Saldierung mit dem Planvermögen. Die Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Barwert berechnet. Die Barwertberechnung erfolgt auf Grundlage der Richttafeln 2005 G von Klaus Heubeck. Der Rechnungszins zum 31. Dezember 2011 beträgt 2,75 % (Vj.: 2,75 %). Die Gehaltsdynamik wurde mit 3,25 % (Vj.: 3,25 %) berücksichtigt. Der Posten enthält ferner Verpflichtungen aus den Anpassungsfonds auf Basis des Entgelt-Rahmen-Abkommens (ERA) mit der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland, Jubiläumsverpflichtungen sowie sonstige Personal- und Sozialrückstellungen, insbesondere für Vorruhestands-, Sterbe- und Überbrückungsgelder.

Restrukturierungsrückstellungen zum 31. Dezember 2011 in Höhe von 1 Mio. EUR (Vj.: 7 Mio. EUR) betreffen im Wesentlichen erwartete Ausgaben im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen.

Gewährleistungen

Gewährleistungsrückstellungen werden basierend auf einer fallweisen Betrachtung pro Verkaufsvorgang bzw. in Fällen, in denen eine große Anzahl von Positionen betroffen ist, mittels der Erwartungswertmethode gebildet.

Sonstige Steuern

Steuerrückstellungen wurden für sonstige Steuern außer Ertragsteuern des laufenden sowie des vorherigen Geschäftsjahres passiviert. Insbesondere wurden im Vorjahr Rückstellungen für Grunderwerbsteuer im Zusammenhang mit der konzerninternen Umstrukturierung in 2010 zugeführt.

Haftungs- und Prozessrisiken

Rückstellungen für Haftungs- und Prozessrisiken werden angesetzt, wenn die Schaeffler Gruppe auf Basis vergangener Transaktionen bzw. Ereignisse eine rechtliche oder faktische [--break--] Verpflichtung hat, welche wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führt und die verlässlich geschätzt werden kann. Sie werden zum erwarteten Erfüllungsbetrag unter Beachtung sämtlicher identifizierbarer Risiken passiviert und nicht [--break--] mit Erstattungsansprüchen saldiert.

Sonstige

Sonstige Rückstellungen beinhalten zum Bilanzstichtag insbesondere Rückstellungen für Umweltrisiken, Archivierung und sonstige rückstellungsrelevante Sachverhalte. Der Rückgang betrifft vor allem Abgrenzungen für Verkaufsaufwendungen (insbesondere Boni, Skonti und Preisnachlässe), die entsprechend des Verbindlichkeitscharakters zum 31. Dezember 2011 in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.

4.13 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen zum 31. Dezember 2011 873 Mio. EUR (Vj.: 729 Mio. EUR) und beinhalten ausschließlich kurzfristige Posten. Zum 31. Dezember 2011 entfallen 50 Mio. EUR (Vj.: 25 Mio. EUR) auf Verbindlichkeiten aus Wechselgeschäften. Angaben zu Währungs- und Liquiditätsrisiken der Schaeffler Gruppe in Bezug auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden im Anhang in 4.15 Finanzinstrumente zu Finanzinstrumenten gemacht.

4.14 Sonstige Verbindlichkeiten und Ertragsteuerverbindlichkeiten

Nr. 067
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Sonstige Verbindlichkeiten 933 909
Ertragsteuerverbindlichkeiten 356 217

Die Ertragsteuerverbindlichkeiten betragen zum 31. Dezember 2011 356 Mio. EUR (Vj.: 217 Mio. EUR). Zum 31. Dezember 2011 sind davon 172 Mio. EUR langfristig (Vj.: 102 Mio. EUR).

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige Verbindlichkeiten (Lang-/Kurzfrisitg)

Nr. 068
31.12.2011 31.12.2010
in Mio. EUR Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 0 322 322 0 272 272
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 5 39 44 8 28 36
Erhaltene Anzahlungen 0 25 25 0 20 20
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 0 81 81 0 74 74
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 245 71 316 409 35 444
Übrige Verbindlichkeiten 11 134 145 6 57 63
Summe 261 672 933 423 486 909

Die derivativen Finanzinstrumente beinhalten insbesondere Devisentermingeschäfte sowie Zinssicherungsinstrumente und werden zur ökonomischen Absicherung von Währungskurs- und Zinsrisiken in der Schaeffler Gruppe verwendet. Der Rückgang dieser Position ist im Wesentlichen auf die Anpassung des Hedge Portfolios und einer damit verbundenen Teilablösung (Close-outs) bestehender Zinssicherungsinstrumente zurückzuführen.

In den Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern werden insbesondere die Verpflichtungen aus Urlaubs- und Gleitzeitansprüchen sowie die Erfolgsbeteiligung berücksichtigt.

In den übrigen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2011 sind insbesondere Abgrenzungen für [--break--] Verkaufsaufwendungen (Boni, Rabatte, Skonti) enthalten.

Angaben zu Währungs- und Liquiditätsrisiken der Schaeffler Gruppe in Bezug auf die sonstigen Verbindlichkeiten werden im Anhang in 4.15 Finanzinstrumente zu Finanzinstrumenten gemacht.

4.15 Finanzinstrumente

Die folgende Tabelle enthält die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente aufgegliedert nach Klassen der Bilanz und je Kategorie gemäß IFRS 7.8. Dabei werden auch die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl diese keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören. Reklassifizierungen von Finanzinstrumenten zwischen den Kategorien fanden nicht statt.

Finanzinstrumente nach Klassen und je Kategorie gemäß IFRS 7.8

Nr. 069
31.12.2011 31.12.2010
in Mio. EUR Kategorie
gemäß
IFRS 7.8
Buchwert Beizu-
legender Zeitwert
Buchwert Beizu-
legender Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte, nach Klassen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 1.607 1.607 1.443 1.443
Sonstige Finanzanlagen 1) AfS 14 - 8 -
Sonstige Vermögenswerte

Handelbare Wertpapiere

AfS 4 4 3 3

Sonstige Kredite 2)

LaR 103 103 107 107

Als Sicherungsinstrument designierte Derivate

n.a. 0 0 43 43

Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate

HfT 13 13 77 77
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LaR 397 397 733 733
Finanzielle Verbindlichkeiten, nach Klassen
Finanzschulden FLAC 7.485 7.568 6.477 6.555
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 873 873 729 729
Sonstige Verbindlichkeiten

Als Sicherungsinstrument designierte Derivate

n.a. 69 69 4 4

Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate

HfT 247 247 440 440

Sonstige Verbindlichkeiten 2)

FLAC 195 195 83 83
Zusammenfassung pro Kategorie
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte (AfS)
18 - 11 -
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Vermögenswerte (HfT)
13 - 77 -
Kredite und Forderungen (LaR) 2.107 - 2.283 -
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (FLAC) 8.553 - 7.289 -
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Verbindlichkeiten (HfT)
247 - 440 -
1) Zu Anschaffungskosten bewertete Beteiligungen.
2) Beinhaltet sonstige Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten im Anwendungsbereich des IAS 39/IFRS 7.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Krediten und den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten wird aufgrund der kurzfristigen Laufzeit angenommen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Die sonstigen Finanzanlagen beinhalten Beteiligungen (Anteile an Gesellschaften mit beschränkter Haftung sowie Genossenschaftsanteile), für die keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vorliegen, so dass eine verlässliche Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes dieser Instrumente nicht möglich ist. Daher werden die Beteiligungen zu Anschaffungskosten bilanziert. Anteilige Veräußerungen dieser Beteiligungen erfolgten im Geschäftsjahr 2011 nicht; ebenso wenig ist ein (teilweiser) Verkauf in absehbarer Zukunft geplant. Die handelbaren Wertpapiere beinhalten fast ausschließlich Eigenkapitalinstrumente in Form von Anteilen an Investmentfonds, welche einen Anlageschwerpunkt in Staatsanleihen und in Geldmarktfonds aufweisen.

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung kommen ausschließlich im Rahmen von Cash Flow Hedges zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken zum Einsatz. Als Sicherungsinstrumente für Währungsrisiken werden Devisentermingeschäfte, -optionen und -swaps verwendet. Zur Absicherung gegen Zinsrisiken werden Zinsoptionen und -swaps eingesetzt. Die beizulegenden Zeitwerte der Derivate sind aus der obigen Tabelle ersichtlich und werden auf Basis von Bewertungsmodellen berechnet, deren wesentliche Inputfaktoren am Markt beobachtbar sind.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Der beizulegende Zeitwert der Finanzschulden ergibt sich als Barwert der erwarteten zukünftigen Cash Flows. Die Diskontierung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen risikoadäquaten Zinssätze.

Ausführungen zur Höhe der als Sicherheiten verpfändeten finanziellen Vermögenswerte sind den Anmerkungen zu den jeweiligen Bilanzpositionen zu entnehmen. Die Grundlagen der Verpfändung von finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenswerten der Schaeffler Gruppe sind im Senior Facility Agreement enthalten (vgl. Anhang 4.10 Kurz-/Langfristige Finanzschulden ). Die Sicherheiten sind grundsätzlich für die Laufzeit des Senior Facility Agreement gestellt und können beispielsweise im Fall der Nichteinhaltung der definierten Finanzkennzahlen aufgrund eines außerordentlichen Kündigungrechts der Kreditgeber verwertet werden.

Für die Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert zu bewertenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurde auf Basis der Ermittlungsweise des beizulegenden Zeitwertes eine dreistufige hierarchische Einstufung vorgenommen (Level 1 – Level 3). Diese trägt der Erheblichkeit der in die Bewertung einfließenden Faktoren Rechnung. Gemäß den Stufen [--break--] der Hierarchie wird der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes mittels der folgenden [--break--] Faktoren ermittelt:

  • Level 1: auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierte Preise. Hierunter fallen die handelbaren Wertpapiere, deren beizulegender Zeitwert sich anhand des Börsenkurses zum Stichtag für die gehaltenen Fonds bestimmt.
  • Level 2: basierend auf einem Bewertungsverfahren, dessen wesentliche Faktoren auf beobachtbaren Marktdaten beruhen. Hierunter fallen die vorhandenen Devisentermingeschäfte und -optionen sowie die Zinssicherungsinstrumente in Form von Zinsswaps, -caps und -collars, deren Bewertung auf Basis eigener Bewertungsverfahren unter Zugrundelegung der am Markt beobachtbaren relevanten Inputparameter durchgeführt wird.
  • Level 3: basierend auf einem Bewertungsverfahren, dessen wesentliche Faktoren nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen. In der Schaeffler Gruppe sind keine derartigen Finanzinstrumente vorhanden.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Fair Value Hierarchie

Nr. 070
in Mio. EUR Level 1 Level 2 Gesamt
31. Dezember 2011
Handelbare Wertpapiere 4 4
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate 0
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate 13 13
Summe finanzielle Vermögenswerte 4 13 17
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate 69 69
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate 247 247
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 0 316 316
31. Dezember 2010
Handelbare Wertpapiere 3 3
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate 43 43
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate 77 77
Summe finanzielle Vermögenswerte 3 120 123
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate 4 4
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate 440 440
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 0 444 444

Zwischen den verschiedenen Ebenen der Fair Value-Hierarchie (Level 1 – 3) wurden keine Transfers vorgenommen. [--break--]

Die Nettogewinne und -verluste nach Kategorien von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7.20 ergeben sich wie folgt:

Nr. 071
aus der Folgebewertung Nettoergebnis
in Mio. EUR aus Zinsen
und
Dividenden
zum Fair Value Wertberichtigung Währungsumrechnung 2011 2010
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 1 1 1
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten -170 130 -40 -320
Kredite und Forderungen 1) 13 0 12 25 55
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden -494 -494 -386
Summe -650 130 0 12 -508 -650
1) Im Nettoergebnis 2010 in Höhe von 55 Mio. EUR sind Effekte aus Währungsumrechnung enthalten. Im Konzernabschluss 2010 erfolgte die Darstellung dieser Effekte im Textteil.

Die Nettogewinne und -verluste enthalten wie oben dargestellt Zinsen und Dividenden, Effekte aus der erfolgswirksamen Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value), Wertminderungen und -aufholungen (Wertberichtigung) sowie Effekte aus der Währungsumrechnung. Das Zinsergebnis aus finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, ist in den Zinserträgen aus finanziellen Vermögenswerten bzw. den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden enthalten (vgl. Anhang 3.5 Finanzergebnis ). Der Nettoverlust in Höhe von 40 Mio. EUR (Vj.: 320 Mio. EUR) aus zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten entfällt fast ausschließlich auf Derivate. Von diesem Nettoverlust werden 101 Mio. EUR (Vj.: 282 Mio. EUR) in den Zinsaufwendungen aus Zinsderivaten und 61 Mio. EUR Erträge (Vj.: 38 Mio. EUR Aufwendungen) in den sonstigen Aufwendungen und Erträgen erfasst. Die Zinsaufwendungen aus Zinsderivaten in Höhe von 101 Mio. EUR (Vj.: 282 Mio. EUR) beinhalten 69 Mio. EUR Erträge aus Fair Value Änderung (Vj.: 30 Mio. EUR Aufwendungen) sowie 170 Mio. EUR Aufwendungen aus Ausgleichszahlungen (Vj.: 252 Mio. EUR).

Die Nettowährungsgewinne in Bezug auf Kredite und Forderungen sowie finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, belaufen sich auf 12 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2011 (Vj.: 27 Mio. EUR). Die Wertberichtigung bei finanziellen Vermögenswerten der Kategorie Kredite und Forderungen unterteilt sich in eine Wertaufholung in Höhe von 3 Mio. EUR (Vj.: 8 Mio. EUR) sowie eine Wertminderung in Höhe von 3 Mio. EUR (Vj.: 4 Mio. EUR) und entfällt ausschließlich auf die Klasse Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. In Bezug auf Wertberichtigungen für finanzielle Vermögenswerte der Klasse sonstige Kredite ergaben sich keine (Vj.: 12 Mio. EUR Wertaufholung) Effekte.

Steuerung finanzieller Risiken

Überblick

Aufgrund ihrer weltweiten Geschäftstätigkeit sowie der daraus resultierenden Finanzierungsanforderungen ist die Schaeffler Gruppe durch den Einsatz von Finanzinstrumenten den folgenden Risiken ausgesetzt:

(1) Kreditrisiko

(2) Liquiditätsrisiko

(3) Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Sonstige Marktpreisrisiken)

Der Vorstand der Schaeffler Gruppe trägt die Gesamtverantwortung für die Einrichtung und Aufsicht über das Risikosteuerungssystem des Konzerns. Die Finanzabteilung ist verantwortlich für die Entwicklung und Überwachung dieser Risikosteuerung und berichtet diesbezüglich regelmäßig an den Chief Financial Officer (CFO).

Es existieren konzernweite Richtlinien der Risikosteuerung zwecks Identifikation und Analyse der Risiken der Schaeffler Gruppe, Bestimmung angemessener Risikogrenzen und -kontrollen und Überwachung der Risiken sowie Einhaltung der Grenzwerte. Die Verfahren und Systeme der Risikosteuerung werden regelmäßig überprüft, um angemessen auf Änderungen der Marktbedingungen bzw. Änderungen der Aktivitäten der Schaeffler Gruppe reagieren zu können.

Für weitere Ausführungen zur Steuerung finanzieller Risiken verweisen wir auf den Lagebericht unter 10.4 Finanzielle Risiken.

(1) Kreditrisiko

Das Risiko eines finanziellen Verlusts für die Schaeffler Gruppe aufgrund des Ausfalls eines Kunden bzw. Geschäftspartners wird als Kreditrisiko bezeichnet. Von diesem Risiko sind im Wesentlichen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen finanziellen Vermögenswerte betroffen. Diverse Automobilhersteller zählen zu den Großkunden der Schaeffler Gruppe im Segment Automotive. Aus diesen Geschäftsbeziehungen resultiert eine Konzentration von Kreditrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (vgl. 5.4 Segmentberichterstattung ).

Das Kreditrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch die laufende Überwachung des Finanzstatus, der Kreditwürdigkeit sowie der Zahlungshistorie der jeweiligen Kunden kontrolliert. Weitere Maßnahmen der Kreditrisikosteuerung sind ein effizientes Mahnverfahren sowie die Einteilung der Kunden in definierte Risikokategorien. In diesem Kontext wird auch der Einsatz angemessener Kreditlinien beurteilt. Das Kreditrisiko wird zusätzlich durch Warenkreditversicherungen begrenzt. Im Rahmen dieser Versicherungen werden je nach Kundenbonität bis zu 80 % der ausstehenden Forderungen abgesichert. Alle relevanten Regelungen sind in einer Richtlinie der Schaeffler Gruppe festgehalten.

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte spiegelt das maximale Kreditrisiko zum jeweiligen Bilanzstichtag wider:

Maximales Kreditrisiko der finanziellen Vermögenswerte

Nr. 072
Buchwert
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.607 1.443
Sonstige Finanzanlagen 14 8
Sonstige Vermögenswerte

Handelbare Wertpapiere

4 3

Sonstige Kredite

103 107

Als Sicherungsinstrument designierte Derivate

0 43

Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate

13 77
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 397 733
Summe finanzielle Vermögenswerte 2.138 2.414

In Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die weder wertberichtigt noch überfällig sind, sind dem Vorstand der Schaeffler Gruppe keinerlei Anzeichen bekannt, dass die Debitoren ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. In Bezug auf die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, d. h. die handelbaren Wertpapiere, die sonstigen Kredite sowie die derivativen finanziellen Vermögenswerte ergeben sich nach Einschätzung des Managements über die vorgenommenen Wertberichtigungen hinaus keine Anzeichen, dass die Gegenpartei ihre zukünftigen vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen kann.

(2) Liquiditätsrisiko

Das Risiko, dass die Schaeffler Gruppe ihre finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nicht erfüllen kann, wird als Liquiditätsrisiko bezeichnet. Im Rahmen der Steuerung ihres Liquiditätsrisikos stellt die Schaeffler Gruppe sicher, dass sowohl unter normalen als auch unter schwierigen Bedingungen stets ausreichend Liquidität zur Erfüllung fälliger Verbindlichkeiten zur Verfügung steht, ohne dabei untragbare Verluste einzugehen oder die Reputation der [--break--] Schaeffler Gruppe zu gefährden.

Das Liquiditätsrisiko wird von der Finanzabteilung basierend auf einem kurzfristig (4 Wochen) und mittelfristig (12 Monate) rollierenden Zeithorizont genau überwacht. Sowohl der Liquiditätsstatus als auch der Liquiditätsplan werden regelmäßig dem CFO gemeldet.

Die Schaeffler Gruppe sichert die Einhaltung der Finanzierungsvoraussetzungen des operativen Geschäfts sowie der finanziellen Verpflichtungen durch den Einsatz von Eigenkapital, Cash-Pooling-Vereinbarungen, konzerninternen Krediten sowie gewährten Kreditlinien auf Basis der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Vorschriften.

Die folgende Übersicht zeigt die vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen aus Finanzverbindlichkeiten und derivativen Verbindlichkeiten der Schaeffler Gruppe:

Zahlungsströme aus nicht-derivativen und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten

Nr. 073
in Mio. EUR Buchwert Vertraglich 
vereinb. Zahlungs-ströme
Bis zu
1 Jahr
1-5 Jahre Mehr als
5 Jahre
31. Dezember 2011
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 8.553 9.126 1.810 7.309 7

Finanzschulden

7.485 8.058 751 7.307 0

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

873 873 873 0

Sonstige Verbindlichkeiten

195 195 186 2 7
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 316 320 176 144
Summe 8.869 9.446 1.986 7.453 7
31. Dezember 2010
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 7.289 8.820 1.269 7.547 4

Finanzschulden

6.477 7.993 456 7.537 0

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

729 744 737 3 4

Sonstige Verbindlichkeiten

83 83 76 7
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 444 433 218 215 0
Summe 7.733 9.253 1.487 7.762 4

Die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme in Bezug auf die Finanzschulden umfassen erwartete Zinsen sowie den Rückzahlungsbetrag der Kredite.

(3) Marktrisiken

Über den Sammelbegriff Marktrisiko wird das Risiko aus Änderungen von Marktpreisen wie beispielsweise Wechselkursen, Zinssätzen und Aktienkursen mit Auswirkungen auf das Periodenergebnis sowie den Wert der gehaltenen Finanzinstrumente definiert. Ziel der Steuerung des Marktrisikos ist es, die Marktrisiken innerhalb eines annehmbaren Rahmens bei gleichzeitiger Optimierung von Erträgen zu steuern und zu kontrollieren.

Um das Marktrisiko zu steuern, schließt die Schaeffler Gruppe Derivate ab. Sämtliche diesbezüglichen Transaktionen werden im Rahmen der durch den Vorstand freigegebenen Risikosteuerungsstrategie durchgeführt. Marktrisiken werden von der Finanzabteilung genau überwacht, aktiv gesteuert und an den CFO berichtet.

Währungsrisiko

Die Schaeffler Gruppe ist Währungsrisiken im Zusammenhang mit Verkäufen, Käufen sowie Ausleihungen, die auf eine andere als die funktionale Währung des jeweiligen Unternehmens der Schaeffler Gruppe lauten, ausgesetzt.

Zu jedem Zeitpunkt sichert die Schaeffler Gruppe einen Großteil der geschätzten Fremdwährungsrisiken aus operativer Geschäftstätigkeit in Bezug auf geplante Verkäufe und Käufe innerhalb der jeweils nächsten zwölf Monate ab. Die Schaeffler Gruppe nutzt hierzu Devisentermingeschäfte, Währungsswaps sowie entsprechende Optionen. Sofern erforderlich werden Devisentermingeschäfte am Ende ihrer Laufzeit verlängert.

Kredite zwischen Konzernunternehmen, die auf eine andere als die funktionale Währung einer der beiden Parteien lauten, werden grundsätzlich mithilfe von Termingeschäften, welche gleichzeitig mit der Rückzahlung der Kredite fällig werden, vollständig abgesichert. Die Beteiligungen der Schaeffler Gruppe an anderen Tochterunternehmen werden nicht abgesichert, da diese Währungspositionen als langfristig erachtet werden.

Die folgende Tabelle zeigt die erwarteten Fremdwährungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe bezüglich ihrer wesentlichen Währungen und basiert auf den jeweiligen Nominalwerten zu den entsprechenden Bilanzstichtagen:

Erwartete Fremdwährungsrisiken aus der operativer Geschäftstätigkeit

Nr. 074
in Mio. EUR USD RON JPY HUF
31. Dezember 2011
Geschätztes Fremdwährungsrisiko aus operativer Geschäftstätigkeit 1.062 -190 108 -93
Devisentermingeschäfte -639 152 -82 76
Währungsoptionen -156 0 0 0
Verbleibendes Fremdwährungsrisiko aus operativer Geschäftstätigkeit 267 -38 26 -17
31. Dezember 2010
Geschätztes Fremdwährungsrisiko aus operativer Geschäftstätigkeit 852 -198 98 -84
Devisentermingeschäfte -599 157 -78 67
Währungsoptionen -225 0 0 0
Verbleibendes Fremdwährungsrisiko aus operativer Geschäftstätigkeit 28 -41 20 -17

Das geschätzte Fremdwährungsrisiko aus operativer Geschäftstätigkeit stellt das Fremdwährungsrisiko aus betrieblicher Tätigkeit und Investitionstätigkeit bezogen auf die jeweils folgenden zwölf Monate dar. Das verbleibende Fremdwährungsrisiko aus operativer Geschäftstätigkeit gibt das gebündelte Risiko aller Unternehmen der Schaeffler Gruppe wieder, welche keinen lokalen Einschränkungen im Sinne eines Verbotes von Währungsgeschäften mit der Finanzabteilung der Schaeffler Gruppe unterliegen. Die Position bildet somit den Unterschiedsbetrag zwischen bilanziell erfassten Grundgeschäften sowie bislang noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften in Form von zukünftig erwarteten Cash Flows aus Fremdwährungen und bereits bilanziell erfassten Sicherungsinstrumenten ab. Das Währungsrisiko in Ländern mit Einschränkungen des Devisenverkehrs (z. B. China, Brasilien) wird von der Finanzabteilung der Schaeffler Gruppe überwacht. Das größte Währungsrisiko in diesen Ländern resultiert aus dem USD und beläuft sich auf ein geschätztes Volumen von -314 Mio. EUR (Vj.: -227 Mio. EUR).

Die Devisentermingeschäfte bestimmter Währungen werden als Cash Flow Hedges abgebildet, die eine nahezu vollständige Effektivität aufweisen. Die Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate gehen in das sonstige Ergebnis ein. Die Gewinne und Verluste aus den Sicherungsinstrumenten werden zu dem Zeitpunkt in den Posten sonstige Aufwendungen und Erträge in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt, in dem die abgesicherte Transaktion (Grundgeschäft) realisiert wird. Sowohl der überwiegende Teil der geplanten Transaktionen als auch die daraus resultierende Erfolgswirkung treten innerhalb des jeweils auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahres ein.

Der Anteil, der im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten Rücklage aus der Absicherung von Zahlungsströmen, der auf die Absicherung gegen Währungsrisiken entfällt, entwickelte sich wie folgt:

Veränderungen OCI aus Währungsabsicherungen im Rahmen von Cash Flow Hedge Accounting

Nr. 075
in Mio. EUR 2011 2010
Anfangsbestand zum 01. Januar 38 8
Zuführungen -170 48
Auflösungen in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in das Konto sonstige Erträge

84 21

in das Konto sonstige Aufwendungen

-8 -39
Endbestand zum 31. Dezember -56 38

Weitere Währungsrisiken, die aus Fremdwährungskrediten resultieren, werden auf betriebswirtschaftlicher Basis vollständig abgesichert, so dass sich hieraus keine wesentlichen zusätzlichen Währungsrisiken ergeben.

Im Rahmen der währungsrisikobezogenen Sensitivitätsanalyse wird eine 10 %ige Abwertung des Euros gegenüber jeder wesentlichen Fremdwährung zum 31. Dezember simuliert. In die Analyse werden neben Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen derivative Finanzinstrumente, die der Absicherung gegen Fremdwährungsrisiken dienen, einbezogen. Hierbei wird die Annahme getroffen, dass alle anderen Variablen, insbesondere Zinssätze, konstant bleiben.

Die Auswirkungen auf das Periodenergebnis bzw. auf das Eigenkapital aufgrund der Stichtagsbewertung und der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert sind aus folgender Tabelle ersichtlich:

Sensitivitätsanalyse: Veränderungen Wechselkurse

Nr. 076
31.12.2011 31.12.2010
in Mio. EUR Periodenergebnis Eigenkapital Periodenergebnis Eigenkapital
USD 15 -77 -23 -4
JPY -4 -6 -1 0
HUF -5 8 0 0
RON -18 16 1 0

Umgekehrt hätte eine 10 %ige Aufwertung des Euros im Vergleich zu den wesentlichen Fremdwährungen zum 31. Dezember – wiederum unter der Annahme, dass alle anderen Variablen konstant bleiben – den gleichen Effekt mit umgekehrtem Vorzeichen bewirkt.

Zinsrisiko

Jeweils zum 31. Dezember lassen sich die verzinslichen Finanzinstrumente der Schaeffler Gruppe in Bezug auf die grundlegende Ausgestaltung des jeweiligen Zinssatzes wie folgt zusammenfassen:

Variabel und festverzinsliche Finanzschulden

Nr. 077
Buchwert
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Variabel verzinsliche Instrumente 6.964 6.304

Finanzielle Schulden

6.964 6.304
Festverzinsliche Instrumente 521 173

Finanzielle Schulden

521 173

Durch den Einsatz von Zinsswaps, -caps und -collars stellt die Schaeffler Gruppe sicher, dass das Zinsveränderungsrisiko, welches aus den variabel verzinslichen Schulden des Senior Facility Agreement (SFA) resultiert, minimiert wird. Die o. g. Instrumente dienen zur ökonomischen Absicherung variabel verzinslicher Schulden mit einem Nominalvolumen von 6.122 Mio. EUR. Davon entfallen 3.500 Mio. EUR auf Zinsswaps, 300 Mio. EUR auf Zinscollars und 2.322 Mio. EUR auf einen Zinscap.

Für die Zinsswaps und den Zinscap wurde 2011 Hedge Accounting nach IAS 39 angewandt (Cash Flow Hedge). Die Marktwertänderungen dieser Sicherungsinstrumente werden dadurch in Höhe des effektiven Teils im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Gewinne und Verluste aus den Sicherungsinstrumenten werden zu dem Zeitpunkt in den Posten Zinsaufwendungen bzw. Zinserträgen berücksichtigt, in dem die abgesicherte Transaktion (Grundgeschäft) ergebniswirksam wird. In diesem Zusammenhang ist zum 31. Dezember 2011 aus der Marktbewertung der designierten Finanzinstrumente ein kumulierter Aufwand in Höhe von 13 Mio. EUR im übrigen Eigenkapital erfasst worden. Die dabei abgesicherten Zinszahlungen werden in den Jahren 2012 und 2013 aufwandswirksam realisiert.

Der Nachweis der prospektiven und retrospektiven Effektivität wird mittels regelmäßig durchgeführter Effektivitätstests erbracht. Für die Ermittlung der retrospektiven Effektivität wird neben der sogenannten „Dollar-Offset-Methode“ bei der die Fair Value Änderungen des Grundgeschäfts in Verhältnis zu den Fair Value Änderungen des Sicherungsgeschäfts gesetzt werden, auch die Methodik der Regressionsanalyse herangezogen, bei der Marktwertsensitivitäten auf Basis einer linearen Verschiebung der Zinsstrukturkurve um +/-150 Basispunkte (Bp) bestimmt werden.

Die Ergebnisse der Effektivitätsmessung liegen dabei in der Bandbreite von 80 % – 125 %, wodurch von einer hocheffektiven Sicherungsbeziehung ausgegangen werden kann. Im Jahr 2011 ergaben sich keine ergebniswirksamen Ineffektivitäten aus den designierten Cash Flow Hedges.

Die aus der Cash Flow Hedge-Beziehung bis zum 20. November 2009 entstandene Rücklage in Höhe von -286 Mio. EUR wird ergebniswirksam effektivzinskonstant aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2011 führte dies zur Erfassung von Zinsaufwendungen in Höhe von 75 Mio. EUR (Vj.: 91 Mio. EUR).

In Bezug auf festverzinsliche Instrumente hat die Schaeffler Gruppe weder finanzielle Vermögenswerte noch finanzielle Schulden als ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Außerdem hat sie keine Derivate als Sicherungsinstrument zur Absicherung des beizulegenden Zeitwertes designiert.

In Bezug auf variabel verzinsliche Instrumente würde eine Verschiebung der Zinskurve um 100 Bp zum 31. Dezember 2011 das Periodenergebnis bzw. das Eigenkapital folgendermaßen [--break--] beeinflussen (erhöhen bzw. vermindern). Hierbei wird die Annahme getroffen, dass alle anderen Variablen, insbesondere Devisenkurse, konstant bleiben. Des Weiteren wird bei der Analyse unterstellt, dass die Zinssätze nicht kleiner als 0 % werden können.

Sensitivitätsanalyse: Veränderungen Zinsstrukturkurve

Nr. 078
Periodenergebnis Eigenkapital
in Mio. EUR Plus 100 Bp Minus 100 Bp Plus 100 Bp Minus 100 Bp
Zum 31. Dezember 2011
Variabel verzinste Instrumente -27 27
Als Sicherungsinstrument designierte Zinsderivate 16 -2 96 -94
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Zinsderivate 5 -5
Summe -6 20 96 -94
Zum 31. Dezember 2010
Variabel verzinste Instrumente -65 36
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Zinsderivate 260 -213
Summe 195 -177 0 0

Der Effekt aus den variabel verzinsten Instrumenten ist rein auf eine erhöhte bzw. verminderte Zinslast zurückzuführen. Die Veränderung des Periodenergebnisses sowie des Eigenkapitals aus den Zinsderivaten wird ausschließlich durch Marktwertänderungen hervorgerufen. Davon entfallen bei den als Sicherungsinstrument designierten Zinsderivaten 16 Mio. EUR bzw. -2 Mio. EUR auf das Periodenergebnis und 96 Mio. EUR bzw. -94 Mio. EUR auf die im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasste Rücklage. Bei den nicht als Sicherungsinstrument designierten Zinsderivaten entfallen 5 Mio. EUR bzw. -5 Mio. EUR auf das Periodenergebnis.

Vor dem Hintergrund des bestehenden ökonomischen und bilanziellen Sicherungszusammenhangs für die aus dem Senior Facility Agreement entstehenden variablen Zinszahlungen, erfolgt die Ermittlung der Sensitivität für die variabel verzinslichen Instrumente auf Basis der Netto-Zinsrisikoposition. Im Vorjahr wurde unter der Position variabel verzinste Finanzinstrumente ausschließlich der Zinsaufwand aus dem Senior Facility Agreement berücksichtigt. Zinseffekte aus den Zinsderivaten wurden unter den nicht als Sicherungsinstrument designierten Zinsderivaten ausgewiesen.

Sonstige Marktpreisrisiken

Hierunter ist das Risiko zu verstehen, dass sich der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Zahlungsströme eines Finanzinstrumentes aufgrund von Marktpreisschwankungen ändern, welche nicht auf Änderungen von Zinssätzen oder Wechselkursen basieren.

Unter die sonstigen Marktpreisrisiken, über die im Rahmen des IFRS 7 zu berichten ist, fallen prinzipiell Risiken aus Änderungen von Börsenkursen und Aktienpreisindizes sowie aus Änderungen von Waren- und Rohstoffpreisen für den Fall, dass Bezugsverträge für Waren und Rohstoffe im Einklang mit den entsprechenden Regelungen des IAS 39 als Finanzinstrumente zu definieren wären.

Dies ist bei der Schaeffler Gruppe nicht der Fall. Die Absicherung gegenüber Waren- und Rohstoffpreisrisiken erfolgt über langfristige Lieferverträge, die Preisanpassungsklauseln beinhalten. Derivative Finanzinstrumente kommen in diesem Zusammenhang nicht zum Einsatz.

Risiken aus Börsenkursen und Aktienpreisindizes betreffen ausschließlich die handelbaren Wertpapiere. Angesichts der Höhe des Bestands dieser Finanzinstrumente sind die mit dieser Position verbundenen Marktpreisrisiken als nicht wesentlich anzusehen.

4.16 Kapitalstruktur

Die Kapitalstruktur der Schaeffler Gruppe stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Nr. 079
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 1.661 3.294

in % des Gesamtkapitals

18,2 33,7
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 7.168 6.413
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 317 64

in % des Gesamtkapitals

81,8 66,3
Gesamtkapital 9.146 9.771

Vorrangiges Ziel im Rahmen des Kapitalmanagements der Schaeffler Gruppe ist es, die Fähigkeit zur Schuldentilgung sicherzustellen und ausreichend finanzielle Ressourcen bereitzuhalten. Wichtigstes Instrument in diesem Zusammenhang stellt ein detailliertes Liquiditätsmanagement auf Ebene der Konzerngesellschaften dar. Damit soll sichergestellt werden, dass regelmäßig ausreichende Liquiditätsreserven vorhanden sind, um die im Rahmen der Bankenfinanzierung (vgl. Anhang Tz. 4.10 Kurz-/Langfristige Finanzschulden ) eingegangenen Finanzverbindlichkeiten zu bedienen.

Im Rahmen dieser Finanzierung unterliegt die Schaeffler Gruppe gewissen finanziellen Kennzahlen (Financial Covenants, vgl. Anhang 4.10 Kurz-/Langfristige Finanzschulden ). Die Einhaltung dieser Kennzahlen wird laufend auf Konzernebene überwacht. Die in den Definitionen der Kennzahlen verwendeten Berechnungsparameter sind detailliert in den Kreditverträgen geregelt und lassen sich nicht unmittelbar aus dem Konzernabschluss ableiten.

Sowohl im Geschäftsjahr 2011 als auch in 2010 wurden die vorgegebenen Financial Covenants eingehalten. Auf Basis der aktuellen Planung geht die Schaeffler Gruppe davon aus, dass die Financial Covenants nach den im Januar 2012 vereinbarten Verträgen auch in den Jahren 2012, 2013 und 2014 eingehalten werden.

Neben dem Verhältnis von EBITDA zu Zinsaufwand (Senior Interest Cover) und dem Verhältnis von Cash Flow zu Kapitaldienst (Senior Cash Flow Cover) stellt das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA (Senior Debt Leverage) eine wichtige finanzielle Kennzahl auf Konzernebene dar. Diese Kennzahl wird wie folgt definiert:

Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu EBITDA

Nr. 080
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 317 64
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 7.168 6.413
Finanzschulden gesamt 7.485 6.477
Gesellschafterdarlehen 420 33
Finanzschulden abzüglich Gesellschafterdarlehen 7.065 6.444
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 397 733
Liquidität gesamt 397 733
Netto-Finanzschulden gesamt 7.088 5.744
Netto-Finanzschulden ohne Gesellschafterdarlehen 6.668 5.711
EBITDA 2.243 2.097
Verhältnis von Netto-Finanzschulden ohne
Gesellschafterdarlehen zu EBITDA
3,0 2,7

In Bezug auf die Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements ergaben sich in der Berichtsperiode keine Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.

4.17 Leasingverhältnisse

Die Verpflichtungen der Schaeffler Gruppe aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen sind nicht wesentlich.

Die künftigen Mindestzahlungen aus unkündbaren operativen Miet-, Pacht- und Leasingverhältnissen werden wie folgt fällig:

Nr. 081
in Mio. EUR 31.12.2011 31.12.2010
Weniger als ein Jahr 44 34
Zwischen einem und fünf Jahren 72 50
Mehr als fünf Jahre 4 4
Summe 120 88

Die Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus Mietverträgen für Immobilien, Leasingverträgen für Firmenfahrzeuge sowie aus Dienstleistungsverträgen im IT- und Logistikbereich.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden 57 Mio. EUR als laufender Aufwand aus operativen Miet-, Pacht- und Leasingverhältnissen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst (Vj.: 50 Mio. EUR).