1. Allgemeine Erläuterungen

1.1 Berichterstattendes Unternehmen

Die Schaeffler AG (bis 13. Oktober 2011: Schaeffler GmbH), Herzogenaurach, ist eine in Deutschland ansässige Kapitalgesellschaft mit Sitz in der Industriestraße 1-3, 91074 Herzogenaurach. Die Gesellschaft wurde zum 29. September 2009 gegründet. Sie ist im Handelsregister des [--break--] Amtsgerichts Fürth eingetragen (HRB Nr. 13202). Der Konzernabschluss der Schaeffler AG zum [--break--] 31. Dezember 2011 umfasst die Schaeffler AG und ihre Tochterunternehmen, Anteile an assoziierten Unternehmen sowie Joint Ventures (gemeinsam als „Schaeffler“ oder „Schaeffler Gruppe“ bezeichnet). Schaeffler ist ein weltweit operierender Zulieferer der Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie der sonstigen verarbeitenden Industrie.

1.2 Grundlagen der Rechnungslegung und Darstellung

Der Konzernabschluss der Schaeffler Gruppe für das zum 31. Dezember 2011 endende Geschäftsjahr ist freiwillig nach den International Financial Reporting Standards ( IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften, erstellt worden. Der Begriff IFRS umfasst alle gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS), International Accounting Standards ( IAS) sowie sämtliche Interpretationen und Änderungen des International Financial Reporting Interpretations Committee ( IFRIC) und des ehemaligen Standing Interpretations Committee ( SIC).

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses hat die Schaeffler Gruppe von dem Wahlrecht des [--break--] § 315a Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht, einen IFRS-Konzernabschluss aufzustellen.

Darstellung der Vergleichsperiode

In den Geschäftsjahren 2009 und 2010 wurde von der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG als übergeordneter Konzernmuttergesellschaft (im Folgenden: „IHO Gruppe“) eine umfassende gesellschaftsrechtliche Reorganisation zur Schaffung kapitalmarktfähiger Strukturen, mit der Schaeffler AG als Teilkonzern-Holding, umgesetzt. Mit Eintragung in das Handelsregister am 13. Oktober 2011 ist der Formwechsel zu einer Aktiengesellschaft wirksam geworden.

Die Schaeffler Gruppe ist rechtlich mit der Eintragung einer Ausgliederung und Übernahme von Beteiligungen und Vertragsverhältnissen von der Schaeffler Verwaltungs GmbH in das Handelsregister am 28. Juni 2010 entstanden. Entsprechend liegt ein Teil der zum 31. Dezember 2010 endenden Vergleichsperiode vor der rechtlichen Entstehung der Konzernstruktur der Schaeffler Gruppe.

Für die Zeiträume vor dem 28. Juni 2010 wurden die Finanzdaten aus dem IFRS-Konzernabschluss der IHO Gruppe abgeleitet (sog. Carve-out). Dabei wurde die Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe rückwirkend so dargestellt, als habe die rechtliche Struktur nach Ausgliederung bereits vor dem 28. Juni 2010 bestanden.

Die der Schaeffler Gruppe zugeordneten Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge sind mit ihren fortgeführten Konzernbuchwerten aus den IFRS-Konzernabschlüssen der IHO Gruppe übernommen worden (Predecessor Accounting). Der Ansatz und die Bewertung der auf die Schaeffler Gruppe übertragenen Vermögenswerte und Schulden in den Perioden vor der rechtlichen Entstehung der Schaeffler Gruppe erfolgten nach den Vorschriften der jeweiligen [--break--] an den Abschlussstichtagen gültigen und von der Europäischen Union übernommenen International Financial Reporting Standards (IFRS), International Accounting Standards (IAS), sowie [--break--] den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) und des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC).

Die Zuordnung der Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge zu der Schaeffler Gruppe erfolgt grundsätzlich auf Basis des Ausgliederungsvertrags vom 25. Mai 2010. Darüber hinaus wurde eine sachgerechte Aufteilung (Allokation) einzelner Jahresabschlussposten auf Basis bestimmter Annahmen und Schätzungen vorgenommen. Diese erfolgte auf Grundlage einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise und einer verursachungsgerechten Zuordnung. Die getroffenen Annahmen und Schätzungen beeinflussen Ansatz, Bewertung und Ausweis der Vermögenswerte und Schulden sowie Höhe und Ausweis der entsprechenden Erträge und Aufwendungen. Der Vorstand der Schaeffler Gruppe hält die angewandten Aufteilungsmethoden für angemessen und vertretbar.

Hinsichtlich einer ausführlichen Beschreibung des Carve-out wird auf den Konzernabschluss der Schaeffler Gruppe 2010 verwiesen.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

In 2011 waren die nachfolgend beschriebenen Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von Standards und Interpretationen, die von der EU in europäisches Recht übernommen wurden, erstmalig verpflichtend anzuwenden. Aus der erstmaligen Anwendung ergaben sich keine Auswirkungen.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Nr. 023

Standard/Interpretation Datum der
verpflichtenden Anwendung
Inhalt des Standards/der Interpretation bzw. der Änderung
IFRS 1, IFRS 7 01.07.2010 Wegfall gewisser IFRS 7 Vergleichsangaben im Rahmen der erstmaligen Anwendung der IFRS
IAS 24 01.01.2011 Klarstellung der Definition nahe stehender Personen/Unternehmen und der Angabepflicht von Geschäftsvorfällen; Erleichterungen für Gesellschaften unter staatlicher Kontrolle, bzw. die ein Gemeinschaftsunternehmen unter staatlicher Beteiligung sind oder auf die der Staat maßgeblichen Einfluss ausübt
IAS 32 01.02.2010 Bezugsrechte in Fremdwährung
IFRIC 14 01.01.2011 Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen
IFRIC 19 01.07.2010 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente
Annual   Improvements 2010
IFRS 1 01.01.2011 Geringfügige Ergänzungen
IFRS 3 01.07.2010 Ergänzungen des IFRS 3 (rev.) in Bezug auf Bewertung von Minderheitenanteilen,
aktienbasierte Vergütung und bedingte Kaufpreiszahlungen
IFRS 7 01.01.2011 Änderungen an verschiedenen Anhangangaben zu Risiken aus Finanzinstrumenten
IAS 1 01.01.2011 Klarstellung zur Eigenkapitalveränderungsrechnung
IAS 21, IAS 28, IAS 31 01.07.2010 Prospektive Anwendung der Änderungen im Rahmen des IAS 27 (rev.)
IAS 34 01.01.2011 Geänderte Formulierungen in Bezug auf wesentliche Ereignisse und Geschäftsvorfälle
IFRIC 13 01.01.2011 Ergänzungen der Auslegungshilfen (Application Guidance, Basis for Conclusions)

Das International Accounting Standards Board ( IASB) hat die nachfolgende Änderung des Standards IFRS 7 herausgegeben. Die Anwendung dieser Änderung setzt voraus, dass sie im Rahmen des IFRS-Übernahmeverfahrens (Endorsement) durch die EU übernommen wurde. Das Endorsement erfolgte im November 2011. Die Änderung wird von der Schaeffler Gruppe ab dem Geschäftsjahr 2012 angewendet werden. Unter der Annahme, dass die Schaeffler Gruppe auch in Zukunft weiterhin nicht Vertragspartei von Transaktionen sein wird, die von der Änderung betroffen sind, ergeben sich keine Auswirkungen auf die Schaeffler Gruppe.

Änderung Standard IFRS 7

Nr. 024

Standard/Interpretation Datum der
verpflichtenden Anwendung
Inhalt des Standards/der Interpretation bzw. der Änderung
IFRS 7 01.07.2011 Angabepflichten in Zusammenhang mit der Übertragung von finanziellen Vermögenswerten

Des Weiteren wurden durch das IASB folgende neue Standards bzw. Änderungen bestehender Standards und Interpretationen veröffentlicht, die zum Zeitpunkt der Freigabe des Konzernabschlusses durch das Management der Schaeffler Gruppe noch nicht von der EU in geltendes Recht übernommen wurden. Keiner der im Folgenden genannten neuen Standards bzw. [--break--] Änderungen bestehender Standards und Interpretationen wird von der Schaeffler Gruppe vorzeitig angewendet:

Neue Standards und Änderungen bestehender Standards und Interpretationen

Nr. 025
Standard/ Interpretation Datum der
verpflichtenden Anwendung
Inhalt des Standards/der Interpretation bzw. der Änderung erwartete Auswirkung   auf Schaeffler Gruppe
IFRS 1 01.07.2011 Aspekte der Erstanwendung der IFRS in Bezug auf
Finanzinstrumente und Hyperinflation
keine
IFRS 7 01.01.2013 Anhangangaben zu saldierten Finanzinstrumenten keine
IFRS 9 01.01.2015 Bilanzierung von Finanzinstrumenten: Klassifizierung,

Bewertung, Wertminderung, Hedge Accounting

Bilanzierung von Finanzinstrumenten 1)
IFRS 10 01.01.2013 Konzernabschlüsse; ersetzt die entsprechenden

Regelungen des IAS 27

keine
IFRS 11 01.01.2013 Gemeinsame Vereinbarungen; ersetzt IAS 31 keine
IFRS 12 01.01.2013 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen erweiterte Angabepflichten zu sämtlichen

Beteiligungen sowie zu nicht konsolidierten

strukturierten Unternehmen

IFRS 13 01.01.2013 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts umfangreichere Anhangangaben zu den beizu-legenden Zeitwerten von Finanzinstrumenten
IAS 1 01.07.2012 Darstellung des kumulierten übrigen Eigenkapitals Änderung der Darstellung der Konzerngesamtergebnisrechnung
IAS 12 01.01.2012 Latente Steuern bei als Finanzinvestitionen

gehaltenen Immobilien, die erfolgswirksam zum

beizulegenden Zeitwert bewertet werden

keine
IAS 19 01.01.2013 Änderungen durch IAS 19 rev. 2011 Bilanzierung von Verpflichtungen aus   Altersteilzeit; Umfang der Anhangangaben
IAS 27 01.01.2013 Vorschriften zu separaten Abschlüssen; Wegfall der

Konsolidierungsvorschriften (IFRS 10)

keine
IAS 28 01.01.2013 Integration der Bilanzierung von Joint Ventures und Aus-

lagerung der Regelungen zu Anhangangaben nach IFRS 12

keine
IAS 32 01.01.2014 Saldierung von finanziellen Vermögenswerten

und Verbindlichkeiten

keine
IFRIC 20 01.01.2013 Abraumkosten in der Produktionsphase einer Tagebaumine keine
1) Detaillierte Aussagen zum Umfang der Auswirkungen sind aktuell noch nicht möglich.

Allgemeine Darstellung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt, was sowohl der funktionalen Währung als auch der Darstellungswährung des Mutterunternehmens der Schaeffler Gruppe entspricht. Sofern nicht anders ausgewiesen, belaufen sich alle genannten Beträge auf Millionen Euro.

Schaeffler stuft Vermögenswerte als kurzfristig ein, wenn ihre Realisation innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag bzw. innerhalb des normalen Geschäftszyklus erwartet wird. Gleichermaßen werden Schulden als kurzfristig eingestuft, wenn ihre Tilgung innerhalb des normalen Geschäftszyklus erwartet wird bzw. Schaeffler zu ihrer Tilgung innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag vertraglich verpflichtet ist.

Im Rahmen kaufmännischer Rundungen von Beträgen (in Millionen Euro) und Prozentangaben können Differenzen auftreten.

Bewertungsgrundlagen

Außer in den folgenden Fällen ist der vorliegende Konzernabschluss grundsätzlich auf Basis fortgeführter historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt worden:

  • derivative Finanzinstrumente,
  • erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente und
  • zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte.

Diese wurden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Schätzunsicherheiten und Ermessensausübung des Managements

Bei der Erstellung von Abschlüssen im Einklang mit den IFRS muss das Management im Rahmen seines Ermessens sachgerechte Schätzungen durchführen und Annahmen aufstellen, welche die Anwendung von Bilanzierungsmethoden sowie die Höhe der berichteten Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlich eintretenden Werte können von diesen Schätzungen abweichen.

Sowohl Schätzungen als auch die jeweils zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft. Änderungen von Schätzungen werden in der Periode erfasst, in welcher die Änderungen vorgenommen werden, sowie in jeder Folgeperiode, welche ebenfalls von den Änderungen betroffen ist.

Die von Schätzunsicherheiten in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden betroffenen Sachverhalte mit den wesentlichsten Auswirkungen auf die Höhe der im Konzernabschluss angesetzten Beträge sind:

  • Ermittlung der wirtschaftlichen Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen,
  • Ermittlung des Abwertungsbedarfs bei Vorräten,
  • Überprüfung von Geschäfts- oder Firmenwerten sowie langfristigen Vermögenswerten auf Wertminderung und Ermittlung des erzielbaren Betrags sowie der zugrunde liegenden Parameter (z. B. Diskontierungsfaktor),
  • Bilanzierung von Leistungen an Arbeitnehmer einschließlich versicherungsmathematischer Parameter,
  • Ansatz und Bewertung sonstiger Rückstellungen,
  • Einschätzung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern und
  • Bewertung von Finanzinstrumenten im Rahmen von Einschätzungen zur Werthaltigkeit sowie bei der Ermittlung beizulegender Zeitwerte.

Insbesondere den folgenden Sachverhalten liegen Ermessensentscheidungen des Managements zugrunde:

  • Festlegung zahlungsmittelgenerierender Einheiten und
  • Klassifizierung von Leasingverhältnissen als Finanzierungs- oder Operating Leasing.

Aus der Anpassung in der Vergangenheit getroffener Annahmen sowie aus der Beseitigung zuvor bestehender Unsicherheiten resultieren im Geschäftsjahr 2011 in Bezug auf die voran genannten Sachverhalte keine wesentlichen Effekte.

1.3 Rechnungslegungsgrundsätze

Die im Folgenden erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind einheitlich auf alle im vorliegenden Konzernabschluss dargestellten Perioden und einheitlich von allen Unternehmen der Schaeffler Gruppe angewendet worden. Die Bilanzstichtage sämtlicher Unternehmen der Schaeffler Gruppe stimmen mit dem Bilanzstichtag dieses Konzernabschlusses überein.

Konsolidierungsgrundsätze

Tochterunternehmen sind Unternehmen, die von Schaeffler beherrscht werden, wobei Beherrschung definiert ist als die Möglichkeit, die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens zu bestimmen, um aus dessen Aktivitäten einen Nutzen zu ziehen. Dabei werden auch gegenwärtig ausübbare potenzielle Stimmrechte berücksichtigt. Unabhängig vom Stimmrechtsverhältnis kann der Konsolidierungskreis auch Gesellschaften umfassen, die gemäß den Bestimmungen des SIC 12 „Konsolidierung – Zweckgesellschaften“ von Schaeffler beherrscht werden, beispielsweise in Fällen, in denen Schaeffler bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise die Mehrheit der mit der Zweckgesellschaft oder ihren Vermögenswerten verbundenen Residual- oder Eigentumsrisiken behält, um Nutzen aus ihrer Geschäftstätigkeit zu ziehen. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss aufgenommen, zu dem Schaeffler die Beherrschung erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der Verlust der Beherrschung eintritt.

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem Schaeffler über maßgeblichen Einfluss verfügt. Maßgeblicher Einfluss ist dabei definiert als die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, ohne zu beherrschen oder gemeinschaftlich zu führen. Wenn Schaeffler direkt oder indirekt zwischen 20 % und 50 % der Stimmrechte an einem Beteiligungsunternehmen hält, besteht die Vermutung, dass ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann. Bei einem direkt oder indirekt gehaltenen Stimmrechtsanteil von weniger als 20 % wird kein maßgeblicher Einfluss vermutet, es sei denn, dieser Einfluss kann eindeutig nachgewiesen werden.

Anteile an assoziierten Unternehmen und an Joint Ventures werden nach der Equity Methode bilanziert und somit bei erstmaligem Ansatz mit den Anschaffungskosten bewertet. Geschäfts- oder Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in [--break--] den Beteiligungsbuchwerten der assoziierten Unternehmen enthalten. Der Buchwert der Anteile erhöht oder verringert sich nach dem erstmaligen Ansatz entsprechend dem Anteil des Anteilseigners am Periodenergebnis bzw. an den erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen des Beteiligungsunternehmens – vom Zeitpunkt der erstmaligen maßgeblichen Einflussnahme bis zum Wegfallen dieses Einflusses. Wenn der Anteil von Schaeffler an den Verlusten eines assoziierten Unternehmens dem Wert des Beteiligungsanteils entspricht bzw. diesen übersteigt, wird der Anteil auf null reduziert. In der Folge werden keine weiteren Verlustanteile erfasst, es sei denn, Schaeffler ist eine rechtliche oder faktische Verpflichtung zur Übernahme von Zahlungen eingegangen oder hat Zahlungen für das assoziierte Unternehmen geleistet.

Salden und Transaktionen mit konsolidierten Tochterunternehmen sowie daraus entstandene Erträge und Aufwendungen werden im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses in voller Höhe eliminiert. Unrealisierte Gewinne auf Basis von Transaktionen mit assoziierten Unternehmen werden nach Maßgabe des Anteils der Schaeffler Gruppe gegen den Beteiligungsbuchwert der assoziierten Unternehmen eliminiert. Unrealisierte Verluste werden in gleicher Weise eliminiert, jedoch nur in dem Maße, in dem kein Anzeichen auf eine Wertminderung vorliegt. Latente Steuern auf temporäre Differenzen in Zusammenhang mit der Eliminierung solcher Salden und Transaktionen werden mit dem Steuersatz des empfangenden Unternehmens bewertet.

Fremdwährungsumrechnung

Transaktionen in Fremdwährungen

Einkäufe und Verkäufe in Fremdwährungen werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Tageskurs umgerechnet. Die in Zusammenhang mit diesen Transaktionen stehenden Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden als monetäre Posten im Sinne des IAS 21 zum Bilanzstichtag bzw. zum Zeitpunkt ihrer Realisierung in die jeweilige funktionale Währung der betroffenen Konzerngesellschaft umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der Einzel- bzw. der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Umrechnung von Jahresabschlüssen in fremder Währung

Die Darstellungswährung der Schaeffler Gruppe wie auch die funktionale Währung der Schaeffler AG ist der Euro. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum Stichtagskurs, die Eigenkapitalien zu historischen Kursen und die Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zum gewogenen Durchschnittskurs der jeweiligen Periode umgerechnet. Die daraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen und bei Abgang der Tochtergesellschaft aus dem Konsolidierungskreis erfolgswirksam in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten, bei der Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Wechselkurse:

Entwicklung Wechselkurse

Nr. 026
Währungen Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 EUR in 31.12.2011 31.12.2010 2011 2010
Brasilien BRL 2,42 2,22 2,32 2,33
Kanada CAD 1,32 1,33 1,37 1,37
Schweiz CHF 1,22 1,25 1,23 1,38
China CNY 8,16 8,82 8,99 8,98
Großbritannien GBP 0,84 0,86 0,87 0,86
Hongkong HKD 10,05 10,39 10,81 10,31
Ungarn HUF 314,58 277,95 279,44 275,36
Indien INR 68,71 59,76 64,80 60,61
Japan JPY 100,20 108,65 110,86 116,46
Südkorea KRW 1.498,69 1.499,06 1.537,97 1.532,89
Mexiko MXN 18,05 16,55 17,25 16,75
Rumänien RON 4,32 4,26 4,24 4,21
Schweden SEK 8,91 8,97 9,03 9,55
Singapur SGD 1,68 1,71 1,75 1,81
USA USD 1,29 1,34 1,39 1,33
Südafrika ZAR 10,48 8,86 10,08 9,71

Umsatzrealisierung

Erlöse, die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe resultieren, werden [--break--] als Umsatzerlöse ausgewiesen und zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung, abzüglich von Retouren sowie gewährten Preisnachlässen und Mengenrabatten auf Basis der allgemeinen Geschäftsbedingungen erfasst. Sonstige Erlöse, beispielsweise aus dem Verkauf von Anlagen sowie Mieteinnahmen, werden im Posten Sonstige Erträge erfasst.

Umsatz aus dem Verkauf von Gütern wird dann erfasst, wenn basierend auf den Vereinbarungen mit dem jeweiligen Kunden (1) die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum der verkauften Waren verbunden sind, auf den Käufer übertragen wurden, (2) es hinreichend wahrscheinlich ist, dass Schaeffler der wirtschaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließen wird, (3) die mit dem Verkauf in Zusammenhang stehenden Kosten sowie die möglichen Rückgaben verlässlich bestimmt werden können, (4) Schaeffler kein weiter bestehendes Verfügungsrecht in Bezug auf die Waren verbleibt und (5) die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann. In Abhängigkeit vom jeweiligen Kundenvertrag sowie der jeweiligen Bestellung stimmt der Zeitpunkt der Umsatzrealisierung regelmäßig mit dem Zeitpunkt der Lieferung überein – jeweils unter der Voraussetzung, dass die oben erwähnten Kriterien erfüllt sind.

Produktbezogene Aufwendungen

Die produktbezogenen Aufwendungen umfassen alle direkt dem Prozess der Erzeugung von Waren und Dienstleistungen zurechenbaren Einzelkosten sowie die zugerechneten produktionsbezogenen Gemeinkosten.

Aufwendungen für Werbung, Verkaufsförderung und sonstige absatzbezogene Aktivitäten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Gewährleistungsrückstellungen werden basierend auf einer fallweisen Betrachtung bzw. bei einer großen Anzahl von Positionen mittels der Erwartungswertmethode unter Berücksichtigung der jeweiligen rechtlichen und vertraglichen Vereinbarungen passiviert.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen die Kosten für Forschung und Entwicklung sowie Aufwendungen für kundenspezifische Applikationen, Prototypen und Versuche.

Aufwendungen für Forschungsaktivitäten mit der Aussicht, zu neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen zu gelangen, werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

Entwicklungsaktivitäten umfassen die Anwendung von Forschungsergebnissen oder von anderem Wissen auf einen Plan oder Entwurf für die Produktion von neuen oder beträchtlich verbesserten Materialien, Vorrichtungen, Produkten, Verfahren, Systemen oder Dienstleistungen. Die damit im Zusammenhang stehenden Entwicklungskosten werden nur dann als immaterielle Vermögenswerte angesetzt, wenn (1) die technische Realisierbarkeit nachgewiesen werden kann, (2) Schaeffler beabsichtigt, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen, (3) Schaeffler fähig ist, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen, (4) ein künftiger ökonomischer Vorteil aus dem Verkauf bzw. der Nutzung des immateriellen Vermögenswertes nachgewiesen werden kann, (5) adäquate technische, finanzielle und sonstige Ressourcen für den Abschluss der Entwicklung und den darauf folgenden Verkauf bzw. Nutzung verfügbar sind und (6) die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben verlässlich ermittelt werden können.

Die aktivierten Herstellungskosten umfassen die dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie entwicklungsbezogene Gemeinkosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden zu fortgeführten Herstellungskosten, d. h. abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Planmäßige Abschreibungen werden ab dem Zeitpunkt der Verwendungsfähigkeit des immateriellen Vermögenswertes linear über einen Zeitraum von sechs Jahren als Teil der Umsatzkosten in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, was der durchschnittlich erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer entspricht. Im Gegensatz zu Aufwendungen im Rahmen der Entwicklung neuer oder erheblich verbesserter Produkte werden Kosten der Vorentwicklung bzw. Kosten zur Herstellung kundenspezifischer Applikationen (für Produktanpassungen bereits bestehender Produkte, ohne wesentliche Verbesserung) nicht aktiviert. Stattdessen werden derartige Kosten in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

Geschäfts- oder Firmenwert

Ein Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens. Er ermittelt sich als der Überschuss der Summe aus (1) dem beizulegenden Zeitwert der übertragenen Gegenleistung, (2) dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile sowie (3) dem beizulegenden Zeitwert der im Falle eines sukzessiven Erwerbs zuvor vom Erwerber gehaltenen Eigenkapitalanteile am erworbenen Unternehmen über dem Saldo der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden. Die Bewertung von nicht beherrschenden Anteilen des erworbenen Unternehmens erfolgt entweder zu deren beizulegendem Zeitwert (Full-Goodwill-Methode) oder zu dem entsprechenden Anteil des beizulegenden Zeitwertes des identifizierbaren Nettovermögens.

Geschäfts- oder Firmenwerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, sondern werden bei Vorliegen einer Indikation, mindestens jedoch einmal jährlich, auf Wertminderung geprüft. Sie werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Im Falle von assoziierten Unternehmen stellt der Geschäfts- oder Firmenwert einen Teil des Buchwertes des Anteils am assoziierten Unternehmen dar und wird entsprechend zusammen mit diesem, sofern eine Indikation vorliegt, auf Wertminderung geprüft.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte, einschließlich Software und Patente, werden zu Anschaffungskosten, selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, einschließlich Software und Entwicklungsprojekte, welche die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllen, zu Herstellungskosten aktiviert. Sollte die wirtschaftliche Nutzungsdauer der immateriellen Vermögenswerte bestimmbar sein, werden diese linear über ihre jeweilige wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauern betragen bei Software drei Jahre, bei Entwicklungskosten sechs Jahre und bei Patenten zehn Jahre. Die Abschreibung beginnt, sobald sich der Vermögenswert an seinem Standort und in dem vom Management beabsichtigten betriebsbereiten Zustand befindet. Des Weiteren werden die sonstigen immateriellen Vermögenswerte im Fall des Vorliegens entsprechender Anhaltspunkte auf Wertminderung überprüft. In der Schaeffler Gruppe existieren keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter wirtschaftlicher Nutzungsdauer.

Nachträgliche Aufwendungen werden nur dann aktiviert, wenn sie die Kriterien für den Ansatz als immaterielle Vermögenswerte erfüllen, d.h. es wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen aus dem Vermögenswert zufließen wird und die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des Vermögenswertes verlässlich ermittelt werden können. Sämtliche sonstige Aufwendungen, einschließlich Aufwendungen für selbst geschaffene Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Markennamen, werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen.

Der Ausweis des Abschreibungsaufwands eines immateriellen Vermögenswertes in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt im Funktionsbereich, in dem er eingesetzt wird.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet.

Die Anschaffungskosten einer Sachanlage umfassen sämtliche direkt dem Erwerb des Vermögenswertes zurechenbaren Kosten. Selbst erstellte Vermögenswerte werden erstmalig mit den direkt der Herstellung zurechenbaren Kosten bewertet, welche notwendig sind, um den Vermögenswert zu seinem Standort und in betriebsbereiten Zustand zu bringen.

Gewinne oder Verluste bei Abgang einer Sachanlage werden durch Vergleich der erhaltenen Gegenleistung mit dem Buchwert der Sachanlage bestimmt. Sie werden saldiert in den Posten sonstige Erträge bzw. sonstige Aufwendungen ausgewiesen.

Planmäßige Abschreibungen werden linear über die geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer des Vermögenswertes in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauern betragen 15 bis 25 Jahre bei Gebäuden und Außenanlagen, zwei bis zehn Jahre bei technischen Anlagen und Maschinen sowie drei bis acht Jahre bei sonstigen Anlagen. Im Rahmen von Finanzierungs-Leasingverhältnissen geleaste Vermögenswerte werden über den kürzeren der beiden Zeiträume, Laufzeit des Leasingverhältnisses oder wirtschaftliche Nutzungsdauer, abgeschrieben. Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben. In Abhängigkeit vom Funktionsbereich wird der Abschreibungsaufwand entsprechend in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Abschreibungsmethoden, wirtschaftliche Nutzungsdauern und Restwerte werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Die wirtschaftlichen Nutzungsdauern basieren auf Einschätzungen der Zeiträume, während derer die entsprechenden Vermögenswerte zur Umsatzrealisierung beitragen und beruhen zu einem großen Teil auf Erfahrungen bezüglich der historischen Nutzung und technischen Entwicklung.

Leasingverhältnisse

Leasingverhältnisse, bei denen Schaeffler im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen übernimmt, werden als Finanzierungs-Leasingverhältnisse klassifiziert. In diesem Fall wird der geleaste Vermögenswert bei erstmaligem Ansatz in Höhe des niedrigeren Wertes aus beizulegendem Zeitwert und Barwert der Mindestleasingzahlungen bewertet. In gleicher Höhe wird eine Schuld passiviert. Im Rahmen von Finanzierungs-Leasingverhältnissen geleistete Mindestleasingzahlungen werden in Finanzierungskosten und Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt. Die Finanzierungskosten sind dabei so über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu verteilen, dass über die Perioden eine konstante Verzinsung auf [--break--] die verbliebene Schuld entsteht.

Leasingverhältnisse, bei denen das wirtschaftliche Eigentum am Leasinggegenstand beim Leasinggeber verbleibt, werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. In diesem Fall werden Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingvertrages erfolgswirksam erfasst.

Wertminderung

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden am jeweiligen Bilanzstichtag sowie im Falle des Vorliegens objektiver Hinweise getrennt auf Wertminderung überprüft. Für die Analyse von Hinweisen auf das Vorliegen einer Wertminderung existieren konzernweite Richtwerte zur Unterstützung bei der Ermittlung der relativen Höhe der Wertminderung (beispielsweise Einleitung eines gerichtlichen Mahnverfahrens, Zwangsvollstreckung). Diese werden von den Konzerngesellschaften im Rahmen der individuellen Gegebenheiten des Einzelfalls angewendet. Ein Wertminderungsaufwand in Bezug auf einen finanziellen Vermögenswert, der zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert wird, ergibt sich als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswertes und dem Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsströme, abgezinst mit dem zum Zeitpunkt des Erstansatzes ermittelten Effektivzinssatz (Discounted Cash Flow Methode). Eine Wertminderung eines zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswertes wird unter Bezugnahme auf dessen beizulegenden Zeitwert berechnet.

Sämtliche Wertminderungsaufwendungen werden erfolgswirksam erfasst. Der im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasste kumulative Verlust eines zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswertes ist bei Wertminderung aus dem Eigenkapital zu entfernen und erfolgswirksam zu erfassen.

Ein Wertminderungsaufwand wird rückgängig gemacht, wenn die Wertaufholung objektiv auf einen nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden kann. Im Falle von finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, sowie im Falle von gehaltenen Schuldinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert wurden, wird die Wertaufholung erfolgswirksam erfasst. Im Falle von gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert wurden, wird die Wertaufholung im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst.

Nicht-finanzielle Vermögenswerte

Gemäß IAS 36 ist die Werthaltigkeit des aktivierten Buchwertes auf Ebene von Vermögenswerten bzw. der kleinsten Einheit mit weitestgehend unabhängigen Cash Inflows (zahlungsmittel-generierende Einheiten) zu überprüfen. Die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen bei der Schaeffler Gruppe den Segmenten Automotive und Industrie.

Für den Fall, dass sich Anhaltspunkte für eine Wertminderung ergeben, wird ein unterjähriger Impairment-Test für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen durchgeführt. Die Geschäfts- oder Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht nutzungsbereit sind, werden darüber hinaus zum Geschäftsjahresende auf Werthaltigkeit getestet.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Schaeffler ermittelt den erzielbaren Betrag zunächst unter der Wertkonzeption des Nutzungswertes. Dieser wird mithilfe des Discounted Cash Flow Verfahrens bestimmt. Für den Fall, dass der Nutzungswert den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit nicht übersteigt, erfolgt die Bestimmung des erzielbaren Betrags im zweiten Schritt mittels des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Verkaufskosten.

Die erwarteten Zahlungsströme der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten basieren auf einer Drei-Jahres-Planung sowie einer Geschäftsprognose, welche regelmäßig vom Management der Schaeffler Gruppe überprüft wird. Der Mittelfristplanung liegen konkrete Prämissen zu volkswirtschaftlichen Indikatoren, externen Absatzmarkterwartungen und internen Bedarfs-/Projekteinschätzungen sowie Verkaufspreisen, Rohstoffpreisentwicklungen und Investitionsvolumen zugrunde. Für die über die Detailplanungsperiode hinausgehenden Cash Flow Prognosen wird pro Segment eine Wachstumsrate zugrunde gelegt.

Eine Wertminderung wird erfasst, wenn der Buchwert eines Vermögenswertes bzw. seiner zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt. Wenn der Grund für eine bereits erfolgte Wertminderung entfallen ist (ausgenommen Geschäfts- oder Firmenwerte), erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Ist der ermittelte Wertberichtigungsbedarf höher als der bestehende Geschäfts- oder Firmenwert, wird dieser zunächst vollständig abgeschrieben. Die verbleibende Wertminderung wird auf die übrigen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verteilt.

Der Diskontierungszinssatz spiegelt die aktuellen Markterwartungen sowie die für den Vermögenswert spezifischen Risiken wider.

Die Schaeffler Gruppe überprüft an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung ihrer at Equity Beteiligungen vorliegen. Liegt ein Anhaltspunkt für eine mögliche Wertminderung einer at Equity Beteiligung vor, hat Schaeffler einen Werthaltigkeitstest der betreffenden at Equity Beteiligung durchzuführen. Ein Wertminderungsbedarf ist dann gegeben, wenn der Buchwert der at Equity Beteiligung über dem höheren Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten liegt.

Finanzinstrumente

Gemäß IAS 32 ist ein Finanzinstrument definiert als ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Sie umfassen [--break--] (1) nicht-derivative Finanzinstrumente sowie (2) derivative Finanzinstrumente. Reguläre Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Erfüllungstag angesetzt.

Eine Aufteilung der in der Schaeffler Gruppe vorhandenen Finanzinstrumente nach Klassen im Sinne des IFRS 7.6 ist im Anhang aus 4.15 Finanzinstrumente ersichtlich.

(1) Nicht-derivative Finanzinstrumente

Nicht-derivative Finanzinstrumente umfassen Investitionen in Eigenkapital- und Schuldtitel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Kredite und Ausleihungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Nicht-derivative Finanzinstrumente werden bei erstmaligem Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb oder der Emission des Finanzinstrumentes zuzurechnen sind, werden nur dann im anzusetzenden Buchwert berücksichtigt, wenn das entsprechende Finanzinstrument nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Die Folgebewertung ist abhängig von der Kategorisierung der Finanzinstrumente.

Schaeffler teilt Finanzinstrumente in eine der folgenden Kategorien im Sinne des IAS 39 ein:

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Mit Ausnahme von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen (IAS 28) werden Investitionen von Schaeffler in Eigenkapitaltitel als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Diese werden nach dem erstmaligen Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei Wertänderungen – mit Ausnahme von Wertminderungen und Fremdwährungsdifferenzen auf als zur Veräußerung verfügbare monetäre Vermögenswerte – im sonstigen [--break--] Ergebnis erfasst werden (einschließlich entsprechender latenter Steuern). Die beizulegenden Zeitwerte werden grundsätzlich von Marktpreisen abgeleitet, es sei denn, dass keine notierten [--break--] Preise vorliegen bzw. der Markt nicht aktiv ist. In diesen Fällen werden die beizulegenden Zeitwerte mithilfe von Bewertungsverfahren, wie beispielsweise der Discounted Cash Flow Methode, bestimmt. Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden zu Anschaffungskosten bewertet.

Wenn ein zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswert ausgebucht wird, werden die zuvor im kumulierten übrigen Eigenkapital gebuchten Gewinne und Verluste erfolgswirksam erfasst.

Kredite und Forderungen

Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungsaufwendungen bewertet. Innerhalb dieser Kategorie werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen zum Nominalwert bilanziert. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden erfolgswirksam als Wertberichtigung erfasst, falls die Forderungen nicht kreditversichert sind. Unverzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Im Fall des Verkaufs von Krediten und Forderungen an Dritte werden diese ausgebucht, sofern alle wesentlichen in Zusammenhang mit den verkauften Krediten und Forderungen stehenden Risiken und Chancen übertragen wurden.

In dieser Kategorie sind auch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten. Schaeffler [--break--] betrachtet alle liquiden Finanzinvestitionen mit einer Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt, als Zahlungsmitteläquivalente. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken und werden daher zu Anschaffungskosten bilanziert.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Mit Ausnahme von derivativen Finanzinstrumenten werden alle finanziellen Verbindlichkeiten mit den fortgeführten Anschaffungskosten einschließlich der der jeweiligen Verbindlichkeit zuzurechnenden Transaktionskosten bewertet. Schulden aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen werden bei erstmaligem Ansatz in Höhe des niedrigeren Wertes aus beizulegendem Zeitwert des geleasten Vermögenswertes und Barwert der Mindestleasingzahlungen bewertet.

(2) Derivative Finanzinstrumente

Schaeffler hält derivative Finanzinstrumente, um sich gegen Währungs- und Zinsschwankungen von Vermögenswerten und Schulden sowie von zukünftigen Zahlungsströmen abzusichern.

In Einklang mit IAS 39 werden Derivate bei erstmaligem Ansatz als Vermögenswert oder Schuld zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Zurechenbare Transaktionskosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der sie anfallen. Mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrument zur Absicherung von Zahlungsströmen im Rahmen von Cash Flow Hedges designiert wurden, werden sämtliche Derivate erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet und der Kategorie zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten ( HfT) zugewiesen. Fair Value Hedges sowie Hedges einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb existieren in der Schaeffler Gruppe nicht.

Bei Änderungen des beizulegenden Zeitwertes ist der Teil des Gewinns oder Verlusts aus einem als Sicherungsinstrument designierten Derivat, der als effektive Absicherung ermittelt wird, im kumulierten übrigen Eigenkapital zu erfassen. Der ineffektive Teil ist dagegen erfolgswirksam zu erfassen.

Wenn das Sicherungsinstrument die an die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gestellten Voraussetzungen nicht mehr erfüllt, ausläuft, veräußert, beendet oder ausgeübt wird, ist die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen prospektiv einzustellen. Der zuvor im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Sicherungsinstrument verbleibt im Eigenkapital, bis die vorhergesehene Transaktion eingetreten oder mit ihrem Eintritt nicht mehr zu rechnen ist. Ansonsten werden die im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten Gewinne und Verluste in derselben Periode in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der auch das Grundgeschäft dort erfasst wird.

Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und [--break--] Nettoveräußerungswert bewertet. Anschaffungskosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und erworbene Handelswaren werden grundsätzlich mithilfe der gleitenden Durchschnittspreismethode ermittelt. Unfertige sowie selbst erstellte fertige Erzeugnisse (einschließlich unterwegs befindlicher Ware) werden zu Herstellungskosten, bestehend aus Material- und Fertigungseinzelkosten sowie produktionsbezogenen Gemeinkosten, bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist definiert als der geschätzte, im normalen Geschäftsbetrieb erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Veräußerungskosten.

Ertragsteuern

Der Steueraufwand der Periode setzt sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen. Steuern werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im Eigenkapital oder im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im Eigenkapital oder kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst.

Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der Steuervorschriften der Länder, in denen die Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen tätig sind und zu versteuerndes Einkommen erwirtschaften, berechnet, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden. Das Management überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen, vor allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte, und bildet, wenn angemessen, Rückstellungen basierend auf den Beträgen, die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind.

Nach IAS 12 „Ertragsteuern“ sind latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden in der Bilanz und ihren Steuerwerten zu bilden. Latente Steueransprüche und -schulden werden für temporäre Differenzen gebildet, die zu [--break--] steuerpflichtigen oder abzugsfähigen Beträgen bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens künftiger Perioden führen, es sei denn, die abweichenden Wertansätze resultieren aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld zu einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Einkommen beeinflusst hat (Initial Differences). IAS 12 verlangt zudem die Bildung von latenten Steueransprüchen auf Vorträge noch nicht genutzter steuerlicher Verluste und Steuergutschriften.

Latente Steueransprüche werden in dem Maße bilanziert, wie es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die temporären Differenzen und nicht genutzte steuerliche Verluste verwendet werden können. Die Unternehmenseinheiten werden individuell darauf beurteilt, ob es wahrscheinlich ist, dass künftiges positives steuerliches Ergebnis entsteht.

Latente Steuerschulden, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen im Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.

Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften) bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung des latenten Steueranspruchs beziehungsweise der Begleichung der latenten Steuerschuld erwartet wird. Die Auswirkungen von Steuersatz- oder Steuervorschriftsänderungen auf die latenten Steueransprüche und -schulden werden im Regelfall erfolgswirksam berücksichtigt, es sei denn, die latenten Steueransprüche und -schulden sind erfolgsneutral gebildet worden.

Latente Steueransprüche und -schulden werden saldiert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steueransprüche und -schulden sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden für entweder dasselbe Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die beabsichtigen, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Leistungen an Arbeitnehmer umfassen sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Pläne.

Die Verpflichtungen der Schaeffler Gruppe aus leistungsorientierten Plänen werden jährlich unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens separat für jeden Plan auf Basis einer Schätzung der während der Berichtsperiode sowie in vergangenen Perioden von den Arbeit- [--break--] nehmern erdienten künftigen Leistungen errechnet. Für die Schätzung der Verpflichtungen [--break--] sowie der Aufwendungen für Pensionen und abgegrenzte ausübbare Rechte sind Annahmen basierend auf Markterwartungen in Bezug auf prognostizierte Erträge aus Planvermögen und [--break--] antizipierte Lohn- und Gehaltssteigerungen zu treffen. Der Barwert der leistungsorientierten [--break--] Verpflichtung wird durch Abzinsung der geschätzten zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse errechnet, wobei als Abzinsungssatz die Marktrendite erstrangiger Industrieanleihen herangezogen wird. Die in der Bilanz ausgewiesene Rückstellung für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum Bilanzstichtag abzüglich, im Fall fondsfinanzierter leistungsorientierter Pläne, des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens. Übersteigt das Planvermögen die zugehörigen Pensionsverpflichtungen, wird der aktive Saldo aus der Pensionsbewertung unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen, sofern Schaeffler einen Anspruch auf Rückerstattung oder Minderung künftiger Beitragszahlungen an den Fonds hat.

Schaeffler erfasst unmittelbar sämtliche versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen im kumulierten übrigen Eigenkapital. Zinsaufwendungen aus Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie erwartete Erträge aus Planvermögen werden unter den Zinserträgen und Zinsaufwendungen erfasst.

Im Rahmen der beitragsorientierten Pläne zahlt Schaeffler feste Beiträge an eine dritte Partei ohne eine rechtliche oder faktische Verpflichtung zur Zahlung zusätzlicher Beiträge. Die Beiträge werden erfolgswirksam im Personalaufwand innerhalb der entsprechenden Funktionskosten erfasst.

Rückstellungen

Eine Rückstellung wird angesetzt, wenn Schaeffler aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann, und der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist. Sind die Ansatzkriterien für Rückstellungen nicht erfüllt, so wird unter bestimmten Voraussetzungen eine Eventualschuld im Anhang angegeben.

Die Schätzung zukünftiger Kosten ist mit vielen Unsicherheiten behaftet. Sie betrifft besonders Sanierungsmaßnahmen, bei denen mehrere Parteien beteiligt sind und die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.

Langfristige Rückstellungen werden zum Barwert angesetzt. Hierzu werden die erwarteten zukünftigen Zahlungsabflüsse mittels eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zeitwert des Geldes sowie die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt, diskontiert. Zinseffekte, einschließlich Effekten aus der Änderung von Zinssätzen, werden innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen.